Zum 90. Geburtstag des Heilbronner Lyrikers Ernst Siegfried Steffen lädt der Förderkreis für Neue Musik Heilbronn gemeinsam mit dem Kunstverein Heilbronn und dem Literaturhaus Heilbronn zu einer musikalischen Lesung in der Ausstellung von David Ostrowski (Kunsthalle Vogelmann) ein.
Eine von Prügelattacken des alkoholkranken Vaters und Heimaufenthalten geprägte Kindheit, wiederholte Eigentumsdelikte, Jugendgefängnis, schließlich Zuchthaus: der aus Heilbronn-Böckingen gebürtige Ernst S. Steffen (15.06.1936-10.12.1970) verbringt fast 17 Jahre seines kurzen Lebens in Fürsorgeheimen oder Strafanstalten. Seine Aussichten werden von Gutachtern unterschiedlicher Disziplinen skeptisch beurteilt. Doch Steffen gibt nicht auf. Er kämpft um seine private und berufliche Zukunft und nimmt jede positive Rückmeldung zum Anlass, an sich zu glauben. Der Bruchsaler Gefängnisassessor Rolf Zelter entdeckt im Rahmen des Lesezirkels sein Talent und stellt erste Gedichte der Öffentlichkeit vor. Der Erfolg motiviert Steffen, weiter an sich zu arbeiten und berufliche Pläne für die Zeit nach der Entlassung zu schmieden. Trotz ungünstiger Prognosen des Ministeriums und zahlreicher persönlicher Enttäuschungen wird er nicht rückfällig.
Natasha López (Stimme) liest bzw. rezitiert Texte und Textauszüge von Ernst S. Steffen und bettet sie gemeinsam mit ihren Kollegen Petra Arman (Flöte) und Hugo Rannou (Violoncello) in Musik von Emil Kuyumcuyan, Helmut Lachenmann, Brian Ferneyhough, Georges Aperghis, Salvatore Sciarrino, Bernhard Lang und Iván González ein.
Einführung: Dr. Anton Knittel
Textauswahl und Zusammenstellung: Dr. Nanna Koch
Gefördert von der Stadt Heilbronn und im Rahmen des Literatursommers 2026 – eine Veranstaltungsreihe der Baden-Württemberg Stiftung, www.literatursommer.de
Foto: TRIO vis-a-vis. (c) Martin Sigmund
Bei Fragen zum Event
z.B. Einlass, Ablauf, LineUp, Location usw. wende dich bitte direkt an den Veranstalter