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Rapper Olli Banjo im Interview!

Rapper Olli Banjo im Interview!
  • Olli Banjo Olli Banjo

Ein paar Tage vor dem Release seines neuen Albums „Großstadtdschungel“ trafen wir einen sehr lockeren und gutgelaunten Olli Banjo beim Heinerfest Jam in Darmstadt. Mit wem er gerne mal das „Weiße Haus“ crashen würde, und warum er nicht den Frankreich Film fahren muss, erzählte er uns bei Nieselregen in einem Baucontainer neben der Bühne.

Olli, dein neues Album „Großstadtdschungel“ ist endlich draußen! Wie bist Du auf den Titel gekommen und wie sehr brauchst Du die Metropolen, wie gerne bist du auf dem Land?

Das witzige ist, dass ich jetzt gerade erst aufs Land gezogen bin. Ich habe zuvor 15 Jahre in Köln gelebt. Die Idee zum Titel des Albums kam  bei der letzten Fußball Europameisterschaft im vergangenen Jahr. Wir sind da wirklich zwei Wochen alkoholisiert durch die Stadt gezogen und irgendwie habe ich dann sinniert und versucht zu verstehen, welchen Einfluss die Stadt auf mich hat. Da habe ich erstmal einen Song gemacht und dann kamen diese roughen, dreckigen Beats dazu, die irgendwie auch zur Großstadt passen. Ich habe dann noch ein paar moderne Elemente dazugepackt und dann war das irgendwie genau so, wie ich mir die Großstadt und den Dschungel dort vorstelle.

Oftmals werden Features gerne nach der Produktion eines Beats ausgesucht, gerade wenn es um Battleraps und harte Punchlines geht. Ich habe bei deinem neuen Album das Gefühl, dir war bei der Wahl wichtig, dass der Gast im Thema drin ist und authentische Aussagen dazu treffen kann.

Das hast du absolut richtig erkannt! Das stimmt hundertprozentig. Gerade der Song über den „Rosa Panzer“, da war PA Sports genau der richtige für, denn ich habe mir vorher einige seiner Interviews, auch zum Thema Religion und Rassen angeschaut. Ähnlich ging es mir beim Song, den ich mit KC Rebell gemacht habe. Auch er war genau der richtige für das Thema.

Der „Deutschrap Zirkus“ wird immer größer, welchen Part nimmst du denn selbst darin noch ein?

( Es folgen wilde Diskussionen ). Also ich bin sicher der, der die beste Technik am Start hat. Ich würde sagen, ich bin ein Trapezkünstler, der hat den heftigsten Job, und die meisten Skills. Also ich mache ja die beste Musik, aber die Technik ist wirklich wichtig, auch die Eleganz natürlich!

Thematisch gesehen ist „Großstadtdschungel“ wieder sehr breit gefächert. Was war dir diesmal selbst am wichtigsten?

Ich wollte meiner Linie sicher irgendwo treu bleiben und eine traditionelle „Olli Banjo“ Platte machen. Ich wollte diesmal wieder Rap in den Vordergrund stellen, aber die Produktion sollte natürlich auch passen. Ich hatte einfach großen Bock alles kaputt zu spitten!

Ich stelle dir morgen den rosafarbenen Panzer vor die Tür, wohin fährst du als erstes, und wer sollte unbedingt mitfahren?

WoW, das ist mal ne richtig gute Frage! Wen würde ich mitnehmen? Ich würde tatsächlich gerne „Zack de la Rocha“ von „Rage against the Machine“ mitnehmen wollen. Und wir würden dann direkt ins Weiße Haus fahren und den Trump in den Schwitzkasten nehmen und zum Interview bitten! In Deutschland alternativ gerne auch eine Fahrt zu Frauke Petry, da wäre eine Diskussion sicher auch nicht uninteressant!  

Ich kann mir gut vorstellen, dass du früher schon so eine Art Klassenclown warst. Du bist Anfang des Jahres 40 geworden, hast du Angst vorm Älter werden, bzw. dem Tag, an dem Du nicht mehr relevant sein wirst in diesem Geschäft?

Also in der Schule war ich sicher eine Art Clown, ja. Beim Thema Älter werden und Relevanz muss ich aber feststellen, dass meine Musik irgendwo zeitlos ist. Würde ich nur diese Old School Schiene fahren, wäre das was anderes, aber im Moment denke ich, dass ich noch ein schöner Teil des ganzen bin. Ich höre ja auch viel und meine Beats sind durchaus modern. Ich springe aber sicher nicht auf jeden Trend, im Moment fahren ja alle diesen Frankreich Film. Alle haben im Moment den Kopf im Arsch von Frankreich, das brauche ich nicht. Ich liebe Jay-Z, Nas, Method Man und Redman, die machen einfach zeitlosen Rap. Im Moment studiere ich noch BWL nebenbei, mal schaue wie lange noch. Aber mit 60 stehe ich sicher nicht mehr auf der Bühne, da gibt es auch nichts drüber nachzudenken.

Auf „Verdammt lang her“ hat man das Gefühl, dass du dich nicht nur gerne an früher erinnerst, sondern auch ein Stück weit nicht loslassen willst. Ist das Leben als Erwachsener zu kompliziert geworden?

Klar, als Jugendlicher war das Leben doch viel sorgenfreier. Man hat hin und wieder sicher Momente, wo man sich danach zurücksehnt, aber ich bin kein Mensch, der in der Vergangenheit lebt. Aber auch nicht in der Zukunft. Ich erinnere mich aber definitiv gerne an die 80er und 90er Jahre, das war schon ne geile Zeit.

Erkläre uns doch mal bitte, ob die Eidechse mit auf Tour geht, oder wo man mit der Mal einen trinken gehen kann?

Meinst Du jetzt den ersten Teil, oder die Eidechse auf dem neuen Album? Der erste Teil hat ja etwas mit meiner Drogenzeit zu tun, da ist das Ding ja irgendwie entstanden. Ich nehme aber seit 15 Jahren keine Drogen mehr. Hier haben wir nun die hessische Eidechse, die sich Crystal Meth und allen anderen Kram reinfeuert. Am Ende ist sie dermaßen halluziniert, dass sie nicht mehr weiß wer ich bin, und wer sie selbst ist. Ist aber wirklich sehr lustig geworden, der Track geht ja auch knappe sieben Minuten. Gefeatured wird ja im Song auch Kollegah, den Song musst du einfach für dich entdecken. Entweder liebst du ihn, oder du hast ihn.

Mit wem würdest Du gerne mal einen Song machen, obwohl Du weißt, dass es niemals klappen wird?

Eminem! Wobei, man soll ja nie Nie sagen. Er ist einfach der beste Rapper aller Zeiten. Ich würde definitiv gerne mal im Studio mit ihm chillen, gar keine Frage.

Was willst du in einer Review zu einem Album von Olli Banjo gerne mal lesen?

Eigentlich wie immer dasselbe: „Olli Banjo hat das beste deutsche Rap Album des Jahres veröffentlicht.“

Vielen Dank für das nette Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

(HW)

 

Copyrights Bilder: Robert Maschke

 

 

 

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