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Mädness & Döll | Ich Und Mein Bruder

Mädness & Döll | Ich Und Mein Bruder
  • Mädness & Döll | Ich Und Mein Bruder Mädness & Döll | Ich Und Mein Bruder

Eigentlich war die Story schon zu Ende. Zumindest bei einem Teil des Duos, denn Marco „Mädness“ Döll schien sich trotz seiner Liebe zum Spiel mittlerweile mit anderen Dingen zu beschäftigen.

Im südhessischen Darmstadt ticken die Uhren noch etwas anders, und mit dem „Gangsta Rap“ der Mainmetropole Frankfurt wollten und konnten sie sich schlicht nicht identifizieren. Vor sieben Jahren packte der „Gude“ mit Kool Savas und Olli Banjo immerhin zwei Hochkaräter der Szene auf sein Album „Zuckerbrot und Peitsche“, ein Jahr später moderierte er sogar das Splash! Festival. Ob er das Geschäft, oder das Geschäft ihn nicht akzeptieren wollte, darüber können wir nun natürlich philosophieren, aber während seine Karriere danach etwas ins Stocken geriet und Marco sich mit „GUDE“ Bier beschäftigte, lies sein Bruder Fabian plötzlich feinste Reimkunst vom Stapel.

Nach einem ziemlich dopen „Alles im Kasten“ Album mit Partner „Nomis“ ( Simon ), folgte vor knapp drei Jahren mit der „Weit entfernt“ EP ein erstes, bundesweit gefeiertes Solowerk! Auch Marco veröffentlichte im selben Jahr mit „Maggo“ nach längerer Abstinenz ein Lebenszeichen und schien sich dem Game wieder etwas anzunähern. Gut vernetzt waren die beiden schon immer, aber so richtig aus dem Quark gekommen sind sie nicht. Die Gründe hierfür schildern sie nun ausführlich auf ihrem ersten gemeinsamen Werk „Ich und mein Bruder“ und fangen damit auch direkt im Intro an. Der Titeltrack, wie viele andere der zwölf neuen Songs auf dem Album vom übertalentierten „Torky Tork“ gebastelt, ist ein „Neckbreaker“ der in diesem Jahr definitiv noch für grandiose Festivalmomente sorgen wird, das steht fest!

Auch wenn ein Großteil der Songs eher gechillt und mit nachdenklichen Momenten daher kommt, so spürt man doch, dass in beiden offenbar genau zur richtigen Zeit wieder ein Feuer entfacht ist. Sicher, sie pendeln nach wie vor zwischen Zuversicht, Selbstbewusstsein, und auch ein Stück weit Demut, mit „Mood“ bringen sie aber zum Ausdruck, dass sie im Team nun bereit sind alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen und sämtliche Fesseln zu sprengen. Mit einem großen, renommierten Label und Vertrieb im Rücken lassen sich Dinge plötzlich einfacher umsetzen, doch trotz allem wollen beide „Unabhängig“ bleiben und ihren eigenen Weg weitergehen. Keine Features und keine Hooks zum mitsingen, die beiden gehen trotz der immer noch fühlbaren „Probleme“ aus der Vergangenheit mit dieser Platte auch ein kleines Risiko ein, denn sie bleiben „authentisch“! Wie jetzt, die sprechen die Wahrheit und erzählen Geschichten aus einem scheinbar unspektakulären Leben?

Marco und Fabian haben ihrer Heimat, dem überschaubaren Darmstadt den Rücken gekehrt und sind nach Berlin gezogen. Sie wollen das negative hinter sich lassen und einfach nur das machen was sie lieben. „Alright“ sind beide nun also, auch wenn sie mit einer mutigen, sehr entspannten Platte definitiv erneut alles auf eine Karte setzen und volles Risiko gehen. Kein „zweites Weltwunder“, aber den Arsch haben sie hochbekommen – das dürfte sie selbst am meisten befriedigen, denn sie machen es in erster Linie um ihren eigenen Hunger zu stillen.

Mädness & Döll sind Soul, Jazz und Rap. Aber das wichtigste: Sie sind verdammt bodenständig und real!
(HW)

Style: Deutscher Rap
Label: Four Music ( Sony Music )
Punkte: 4,5 | 5 

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