Mit den Urnen ihrer Mutter und Großmutter im Kofferraum reist Ruth nach Litauen, um sie in der lang verlorenen Heimat der Familie beizusetzen. Auf der endlosen Fahrt erinnert sie sich an ihre Kindheit nach der Emigration in den siebziger Jahren: Erst in Israel und später in West-Berlin beginnt ein neues Leben, geprägt von Sprachschwierigkeiten, Überlebenskunst und den Hürden der Bürokratie. Die Mutter, einst gefeierte Sängerin, ringt mit Depressionen; Ruth wünscht sich Normalität - und findet Halt in Musik und Sport. Immergrün ist ein Roman über Exil, Neubeginn und die leise Kraft der Kunst im Schatten großer Umbrüche.
Ruth Olshan ist ukrainisch-litauischer Herkunft. In Moskau geboren, wuchs sie in Israel und in Berlin auf, wo sie heute noch lebt. Sie studierte Regie und Filmproduktion in Leeds (UK) und Köln, arbeitet als Regisseurin und Autorin und hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u. a. den Richard-Attenborough-Preis, den Friedrich-Wilhelm-Murnau-Preis, den Deutschen Fernsehpreis und die Goldene Kamera für den besten Film. Seit 2018 arbeitet sie als Professorin für Regie an der ifs Köln und lehrt an weiteren Hochschulen im In- und Ausland. Immergrün ist ihr Romandebüt.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der „Jüdischen Kulturtage Heilbronn“ statt.
Foto Ruth Olshan: © Urban Zintel
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