Prof. Dr. Thomas Schnabel: „Keinen Pfennig für den Fürsten!“ – Der Volksentscheid zur Fürstenenteignung 1926
Vortrag mit Gespräch in der Reihe "Blaue Stunde"
Immer wieder gibt es in der Bundesrepublik Forderungen nach mehr direkter Demokratie auch auf Bundesebene. Der Parlamentarische Rat hat dies aufgrund der Erfahrungen der Weimarer Republik im Grundgesetz ausgeschlossen.
In der Weimarer Republik kam es zu zwei erfolglosen Volksentscheiden, einmal von links (Fürstenenteignung 1926) und einmal von rechts (Gegen den Youngplan 1929). Heute ist der Volksentscheid gegen den Youngplan sehr viel bekannter als der sehr viel erfolgreichere zur Fürstenenteignung. Dabei ging es um die Vermögensauseinandersetzungen mit den ehemals regierenden Fürsten der deutschen Bundesstaaten, die mit Hilfe monarchistisch eingestellter Gerichte Millionen an Abfindungen erfolgreich einklagten, während die große Masse der Bevölkerung nach der Hyperinflation alle Rücklagen verloren hatte. Wie gelang es den Gegnern des Volksentscheids einen Erfolg der Befürworter zu verhindern, obwohl vermutlich eine Mehrheit der Bevölkerung hinter diesem von KPD, SPD und Gewerkschaften getragenen Plebiszit stand? Worin unterschied sich Heilbronn von den umgebenden ländlichen Regionen? Welche Folgen hatte der Volksentscheid? Können wir daraus heute etwas lernen?
Prof. Dr. Thomas Schnabel, 1952 in Heilbronn geboren, studierte Geschichte, Deutsch und Politik an der Universität Freiburg im Breisgau und promovierte mit einer Arbeit über Württemberg zwischen Weimar und Bonn. Er war zunächst bei einem Familienverband tätig und arbeitete seit 1989 an der Vorbereitung der Eröffnung des von 2002 bis zu seiner Pensionierung 2018 von ihm geleiteten Hauses der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart. Er ist Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Universität Heidelberg.
Die Veranstaltung wird moderiert von Literaturhausleiter Dr. Anton Knittel.
Foto: Prof. Dr. Thomas Schnabel ©Thomas Schabel/privat
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