Musik - Szene - Kneipe. Mönchengladbach zwischen Jazz, Beat und Folk

Sat. 13. July 2013, 11:00 o´clock
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Sun. 08. September 2013, 18:00 o´clock

Infos

Ab den 1950er Jahren entwickelte sich in Mönchengladbach eine blühende Musikszene, von der noch heute die Rede ist. Die Jugendlichen der Nachkriegszeit begeisterten sich für moderne Musik, die öffentlich aber noch kaum zu hören war. In Cafés, auf Hochzeiten oder Bällen wurde vor allem Unterhaltungs- und Tanzmusik gespielt. Die Sendeformate des öffentlichen Radios waren noch stark an die Vor- und Zwischenkriegszeit angelehnt, Tonträger und Abspielgeräte waren selten und teuer, Fernsehen noch kaum verbreitet. Wollten die Jugendlichen andere Musik hören, mussten sie eigenständig zum Instrument greifen.

Zunächst eiferten sie dem wiederauflebenden Skiffle und Jazz nach, die, ausgehend von den USA, durch britische Künstler wie Chris Barber auch in Europa immer beliebter wurden, und gründeten selbst Bands. In den 1960er Jahren bekamen die Jazz-Bands im Zuge der Beat-Welle, die ihre Ursprünge ebenfalls in England hatte, starke Konkurrenz. Besonders im schulischen Umfeld entstanden zahlreiche Beat-Bands. Vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund der Jugend- und Studentenbewegungen der späten 1960er Jahre gewannen dann Folk- und Protest-Songs, die sich mit den aktuellen politischen und sozialen Problemen auseinandersetzten, immer mehr Zuhörer. Initiiert von der Arbeitsgemeinschaft Burg Waldeck traten in Mönchengladbach nationale und internationale Liedermacher auf.

Zuerst wurden in Jugendheimen und Schulaulen Musik-Veranstaltungen mit Jazz- und Beat-Bands durchgeführt, nach und nach öffneten sich dann auch gediegene Gaststätten wie Haus Pauen diesem Trend und entdeckten die jugendlichen Musik-Fans als finanzkräftigen Kundenkreis. Lokale, die kontinuierlich Jazz oder Beat spielten, existierten dennoch nur sehr vereinzelt. In dieses Vakuum stieß zuerst das „Bügeleisen“, das Clublokal der 1958 gegründeten „Monkstown Jazz Society“, sowie Alexander Semjevski mit seiner „budike“ – Kneipe, Konzerthaus, Veranstaltungs- und Kulturzentrum gleichermaßen. Die ersten Szenekneipen Mönchengladbachs waren entstanden.

Mit den 1970er Jahren ging die Zeit der Schüler- und Amateurbands langsam zu Ende. Immer professionellere Auftritte waren gefragt, Diskotheken mit großen Lichtanlagen und Musik vom Plattenteller waren schließlich die günstigere Alternative. Die Ausstellung „Musik – Szene – Kneipe“ soll an die große Zeit der Amateur-Bands in Mönchengladbach erinnern.
Schloss Rheydt
Schlossstr. 508 - 41238 Mönchengladbach - DE
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