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"The Book of Eli", "Wolfman" und "Butterfly Effect 3"
Mi. 24.02.
Lust auf Kino oder einen besonderen Film? Hier stellen wir jeden Woche zwei neue Kinofilme vor und dazu einen besonderen DVD-Tipp.
THE BOOK OF ELI (ab 18.02. in den Kinos)
USA, 2009 Regie : Albert & Allen Hughes Darsteller : Denzel Washington, Gary Oldmann, Mila Kunis,...
Neun Jahre nach ihrem letzten Film "From Hell" (mit Johnny Depp als Ripperjäger) stehen die Hughes Brothers als Regisseure wieder hinter der Kamera und liefern einen wahrhaft bemerkenswerten Streifen ab. In guter, alter "Mad Max"-Manier kommentieren sie in "The Book of Eli" aus ihrer Sicht die postapokalyptische Welt, in der Rohheit und Unsitte an der Tagesordnung stehen. Dabei fahren sie allerlei filmische Geschütze auf, die größtenteils zielsicher ins Schwarze treffen, schlagen jedoch anstatt permanent auf die Actionkeule zu setzen eine überwiegend sanfte, philosophische Richtung ein. Atheisten wird es mit ziemlicher Sicherheit schwer fallen, richtig Gefallen an diesem Film zu finden, beinhaltet doch die Kernaussage des Films eine Anpreisung auf die Schrift Gottes. Andererseits wären dann auch all jene Filmstoffe äußerst fragwürdig, die sich mit skurrilen Naturvölkern oder fernöstlicher Mythen beschäftigen (jedoch von diesen Leuten dann für bare Münze genommen werden), was "The Book of Eli" somit mit seiner Message ausgleicht. Glauben alleine ist es aber nicht, was die Regisseure uns vermitteln wollen. Vielmehr zählen Hoffnung und Vergebung zu wichtigen Attributen, die in "The Book of Eli" hervorgehoben werden.
Im Jahr 2044 versucht Eli (Denzel Washington) als eine Art apokalyptischer Todesengel ein wertvolles Buch in den Westen eines zerstörten nordamerikanischen Kontinents zu bringen. Auf seinem Weg dorthin begegnet er einer ziemlich fiesen Bande von Schlägern, die von einem geisteskranken Despoten namens Carnegie (Gary Oldman) und dessen rechte Hand Redridge (Ray Stevenson) angeführt werden. Carnegie hält die blinde Claudia (Jennifer Beals) und ihre Tochter (Mila Kunis) in seiner Gewalt, die jedoch bald merken, dass Eli ihre einzige Chance ist, aus den Fängen der Bande zu entkommen. Doch nicht nur deshalb setzen sich Carnegies Männer auf die Spuren der Flüchtenden. Vor allem das Buch scheint für Carnegie von großem Interesse zu sein.
Schauspielerisch bietet "The Book of Eli" ein perfekt zusammenspielendes Cast an. Vor allem Denzel Washington und Gary Oldman (wie immer bravurös!!!) glänzen als Widersacher, die eigentlich gar nicht so weit voneinander sind, was ihre Glaubensbasis betrifft. Auch wenn der Film ein düsteres Endzeitdrama ist, reflektiert er nebenbei augenzwinkernd Themen aus anderen Genres - zweimal pfeift beispielsweise Redridge die Melodie aus Sergio Leones Mafiaklassiger "Es war einmal in Amerika" (Melodie komponiert von Ennio Morricone), bevor es zum Showdown kommt. Wäre da nicht das etwas enttäuschende Ende, könnte man von einem durchwegs herausragenden Film sprechen. Doch am Ende erinnert der Film leider an einen typischen Hollywood-Blockbuster, der den Guten den wahren - weil richtigen - Weg zeigt und den Bösen die Schranken aufweist. Um das etwas kitschig geratene Ende dennoch erträglich zu machen, fügen die Hughes Brothers eine überraschende Auflösung bezüglich der "seherischen" Fähigkeiten des Protagonisten ein, die den Film alleine deswegen ein zweites Mal sehenswert machen. (FG)
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WOLFMAN (ab 11.02. in den Kinos)
USA, 2009 Regie : Joe Johnston Darsteller : Anthony Hopkins, Benicio del Toro, Emily Blunt...
Nach Vampiren und Mutanten scheinen auch Werwölfe ziemlich schwer im Kommen zu sein. Nur gut, dass "Frankenstein" und "Dracula" bereits kongenial verfilmt wurden, sonst hätte man wahrscheinlich einen weiteren stümperhaften Versuch zu Gesicht bekommen. Anders kann man den missratenen Versuch von Regisseur Joe Johnston ("Jumanji") nämlich nicht nennen. Schade um die Besetzung, denn die hat eigentlich mehr Versprochen.
Der weltgewandte Schauspieler Lawrence Talbot (Benicio del Toro) wird in die Heimat zurück gerufen, da man im finsteren Wald die bestialisch zugerichtete Leiche seines Bruders gefunden hat. Schnell wird klar, dass auf dem Anwesen seines Vaters John (Anthony Hopkins) etwas nicht stimmt. Als in den folgenden Vollmondnächten erneut gemordet wird, macht er sich auf die Suche nach einer unheimlichen Kreatur, die in den vernebelten Vollmondnächten ihr Unwesen treibt. Bald kommt er einem langwährenden Familienfluch auf die Schliche, in den er selbst und sein Vater verstrickt zu sein scheinen.
Schuster bleib bei deinen Leisten, heißt ein altes deutsches Sprichwort und Regisseur Joe Johnston hätte sich besser daran halten sollen. Für Filme wie "Star Wars" (1977) oder "Das Imperium schlägt zurück" erhielt er viel Lob von seiten der Fachpresse; allerdings nicht für seine Regieanleitungen (die gab bekanntlich Georg Lucas) sondern für die zur damalige Zeit atemberaubenden Visual Effects. Für den Film "Jäger des verlorenen Schatzes" heimste er gar einen Oscar ein, weshalb es ratsamer für ihn gewesen wäre, wenn er weiterhin in diesem Fach geblieben wäre. Seine regietechnische Interpretation des Horrorklassikers "Wolf Man" aus dem Jahr 1941 ist trotz Starbesetzung gründlich in die Hose gegangen. Weder Anthony Hopkins noch Benicio del Toro schaffen es, dem Film einen besonderen Anspruch einzuhauchen. Horrofilme müssen nicht zwangsläufig durch ausgefeilte Dialoge glänzen oder über eine lückenlose Logik verfügen, sollten dann jedoch wenigstens dem Genre entsprechend spannend sein und wenn möglich nicht gar zu sehr vorhersehbar. All diese Attribute kann man "Wolfman" leider nicht bescheinigen. Man sitzt im Kinosessel und weiß zu jeder Zeit, was das Drehbuch verzweifelt versucht zu verheimlichen. Zu keinem Zeitpunkt fühlt man mit den Figuren mit, was dann auch nicht gerade dazu beiträgt, dass man sich sonderlich tief in die Story hineinsteigert. Leider ist "Wolfman" nur ein Abklatsch eines Klassikers, den es sich eher lohnt anzuschauen. (FG)
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EMPIRE präsentiert
den DVD-Tipp der Woche :
THE BUTTERFLY EFFECT 3 - DIE OFFENBARUNG
(zu finden im Regal "leih+kauf", FSK: 18)
USA, 2009 Regie: Seth Grossman Darsteller: Chris Carmack, Rachel Miner, Melissa Jones, Lynch R. Travis,...
Es gibt dieses Klischee, welches besagt, dass fortgesetzte Spielfilme generell ein Flop werden. Jedoch gibt es unzählige Beispiele, welche uns in regelmäßigen Abständen das Gegenteil beweisen. Hierzu zählt unter Anderem auch die dritte Fortsetzung des „Butterfly Effect“, welcher ebenso wie beide Vorgängerfilme wieder eine unabhängige Handlung besitzt und ebenso von einem separaten Regisseur verfilmt wurde. Seth Grossman, einem wohl eher unbekannteren Filmemacher mit der Neigung zum Drama, gelingt es in seinem Psycho-Thriller einige Fragen des Originals – wenn man den Debütfilm so nenne möchte – zu klären. Dem komplexen und detailfreudigen Erstverfilmten wird der Verzwicktheit etwas genommen und der Logik etwas hinzugefügt. Aufgrund dieser Unterschiede fällt es schwer diese Filme direkt gegenüber zu stellen, jedoch bleibt das gemeinsame Thema: Der Science-Fiction-Gedanke vom Zeitreisen und Parallel-Universen konfrontiert mit der logischen Erklärung einer psychischen Krankheit des Protagonisten.
Durch Zeitreisen identifiziert Sam Reid – gespielt von Chris Carmack aus O.C. California – für die Polizei Mörder und befolgt hierbei streng seine selbst auferlegten Regeln : verändere nichts in der Vergangenheit, sonst wirkt sich das direkt auf die Gegenwart aus. Doch eines Tages taucht die Schwester seine ermordeten Exfreundin auf und Sam beginnt seine Grundsätze zu brechen. Die Gegenwart verändert sich schwerwiegend. Mit seinem fehlerhaften Handeln hat er einen Serienkiller erschaffen, den es nun gilt zu entlarven. So kommt er in einen umfangreichen Teufelskreis und bald wünscht er sich nur noch, dass er doch auf seinen Freund gehört und sich nach dem barocken Motto „carpe diem“, lebe in der Gegenwart, orientiert hätte.
Wer nun den ersten Teil dieser Filmreihe gesehen hat und etwas verwirrt aus dem Kinosessel aufgestanden ist, sollte einen Blick in diesen Bildstreifen wagen, denn etwas aufklärender und weniger verzwickt als die Vorgänger bietet er, als Krimi verpackt, einen sehr unterhaltsamen Abend. Außerdem ist es auch allen, denen Fassung eins und zwei unbekannt ist, möglich der Handlung zu folgen, da sie nicht auf den Vorläufern basiert.
Fazit: Trotz junger und eher unbekannter Besetzung äußerst spannende und mitreißende Unterhaltung mit interessantem trashigem Humor. (MZ)
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