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Testspiel VfB Stuttgart - FC Wil 1900
Do. 28.01.
Der VfB konnte sich in einem Testspiel gegen den Schweizer Zweitligisten FC Wil 1900 mit 2:0 (0:0) durchsetzen.
VfB Stuttgart - FC Wil 1900 2:0 (0:0)
Tore : 1:0 Hleb (79.), 2:0 Kuzmanovic (87.)
Zuschauer : 500
Der VfB Stuttgart lud gestern zu einem Testspiel auf das heimische Trainingsgelände in der Mercedesstrasse ein, wo man mit dem FC Wil 1900 auf einen Verein aus der Schweizer Challenge League (2. Schweizer Liga) traf. Der jetzige VfB-Trainer Christian Gross traf dabei auf seine ehemaligen Bekannten, da er den Verein aus dem Kanton St.Gallen einst selbst betreut hatte und wohl auch deshalb zu einem Freundschaftsspiel an den Neckar gebeten hatte. Den Test gegen das junge, ambitionierte Team aus der Schweiz wollte Gross offensichtlich dazu nutzen, den eigenen Reservisten mehr Wettkampfpraxis zu geben, weshalb er das Team mit Osorio, Boulahrouz, Hitzlsperger, Kuzmanovic, Gebhardt und Schieber gleich auf 6 Positionen zum letzten Ligaspiel veränderte. Vor 500 bibbernden Zuschauern (darunter etwa 20 mitgereiste Fans aus der Schweiz) setzte Gross auch wieder auf Stammtorhüter Jens Lehmann, der somit aller Voraussicht nach im nächsten Bundesligaspiel gegen Dortmund im Tor stehen wird.
Trotz der eisigen Temperaturen, die draussen herrschten, begann sofort ein munteres Spiel. Der FC Wil zog sich von Beginn an in die eigene Hälfte zurück und überließ dem VfB, der in gewohnter 4-4-2 Formation agierte, weitestgehend das Geschehen. Thomas Hitzlsperger, der mit einer insgesamt ansprechenden Leistung für sich punkten konnte, versuchte sich zunächst zusammen mit Zdravko Kuzmanovic in beinahe jeden Angriff des VfB einzuschalten, gewann die entscheidenden Zweikämpfe in der Zentrale für sich und bediente die beiden Aussen Roberto Hilbert (der die linke Seite beackerte) und Timo Gebhardt (auf der rechten Aussenseite spielend) mit geschickten Pässen, sodass sich in der Mitte Räume für die beiden Stürmer Ciprian Marica und Julian Schieber auftaten. Besonders Marica zeigte, warum Gross derzeit auf ihn setzt, auch wenn ihm an diesem Nachmittag kein Tor gelingen sollte. Der 24-jährige Rumäne wirkte sehr agil, war stets anspielbar und ballsicher. Sein Nebenmann Julian Schieber erwischte dagegen keinen guten Tag und tauchte in der ersten Halbzeit komplett unter. Das Fehlen eines Sami Khedira, der geschont wurde (ebenso wie Serdar Tasci, Christian Träsch und Cacau) machte sich fort an bemerkbar. Leichtsinnsfehler und unpräzise Pässe sorgten zum Ende der 1. Halbzeit dafür, dass sich kaum mehr ein Spielfluss bilden konnte und die Stürmer zunehmend in der Luft hingen.
Bei den seltenen Entlastungsangriffen der Schweizer zeigte sich zudem, dass die Abwehr des Bundesligisten noch immer auf recht wackeligen Beinen steht. Vor allem Kalid Boulahrouz konnte erneut nicht überzeugen und ist derzeit ein Schatten seiner selbst. Neuzugang Christiano Molinaro schaltete sich anfangs in die Angriffsbemühungen des VfB ein, ließ sich aber nach und nach immer weiter zurück fallen, weshalb nach einer halben Stunde das Spiel über die linke Flügelseite deutlich abflachte und er zur Halbzeit ausgewechselt wurde. Einzig Timo Gebhardt sorgte dann und wann für Gefahr über die rechte Seite, wo er von Ricardo Osorio unterstützt wurde. Dennoch gelang es dem VfB nicht, sich klare Torchancen herauszuspielen. Zdravko Kuzmanovic bemühte sich redlich, konnte aber ausser einem Distanzschuss kurz vor der Pause nichts erwähnenswertes vorzeigen. Zwei weitere Möglichkeiten besaß Thomas Hitzlsperger, der einmal über das Tor schoss und einmal knapp vorbei.
In der Zweiten Hälfte brachte Gross mit Hleb, Pogrebnyak und Celozzi frische (Stamm)kräfte, die dem Spiel merklich gut taten. Vor allem Hleb wusste sofort zu überzeugen. Zusammen mit Osorio, der für Molinaro auf die linke Abwehrseite gerückt war, zog er das Spiel an sich und war an beinahe jeder gefährlichen Situation des VfB beteiligt. Gross brachte mit Elson und Rudy nach 60 Minuten die beiden letzten Reservisten, die ihm zur Verfügung standen, die jedoch beide nicht richtig ins Spiel fanden. Dann - mitten in eine Drangphase hinein - fing man sich einen Konter ein, der beinahe zum Führungstreffer für die Schweizer geführt hätte. Niedermeier und Boulahrouz gewährten dem 22-jährigen Angreifer Dzengis Cavusevic (Neuzugang vom bosnischen Erstligisten NK Domzale) zu viel Raum, sodass dieser alleine auf Torhüter Jens Lehmann zulaufen konnte. Mit einem tollen Reflex verhinderte der ehemalige Nationaltorhüter aber einen möglichen Rückstand.
In der Schlußviertelstunde drehte der VfB noch einmal auf. Vor allem Kuzmanovic, dem bis dahin nicht viel gelungen war, bäumte sich gegen ein biederes Unentschieden auf, was ihn letztendlich auch zum Matchwinner werden lassen sollte. Seinen feinen Pass durch die vielbeinige Abwehr des FC Wil konnte Aliaksander Hleb in der 79. Minute freistehend vor dem Keeper der Schweizer nutzen. Mit Rechts schob er zur verdienten Führung für den VfB Stuttgart ein. Kurz darauf bedankte sich Hleb seinerseits mit einem herrlichen Zuspiel auf Kuzmanovic, der den Ball mit viel Gefühl unhaltbar für den Schweizer Keeper in die rechte Ecke schlenzte (87.).
Mit eiserstarrten Füssen trotteten die Zuschauer anschiessend zufrieden nach Hause, auch mit der Erkenntnis, dass man sich um den Einsatzwillen der Reservisten keine Sorgen zu machen braucht. Thomas Hitzlsperger und Zdravko Kuzmanovic machen mit dieser gezeigten Leistung Druck auf die Gesetzten; Georg "Schorsch" Niedermeier spielt einen soliden Part in der Innenverteidigung und Timo Gebhardt sowie Roberto Hilbert blühen unter dem neuen Trainer regelrecht auf. Welche Erkenntnisse dieser aus dem Spiel gezogen hat, wird man spätestens am kommenden Sonntag um 15:30 sehen, wenn der VfB Stuttgart in der heimischen Mercedes-Benz-Arena auf den BVB aus Dortmund trifft. (FG)
Der VfB spielte mit:
Lehmann - Osorio, Niedermeier, Boulahrouz, Molinaro (46. Celozzi) - Gebhart (46. Hleb), Kuzmanovic, Hitzlsperger (60. Elson), Hilbert (60. Rudy) - Marica (46. Pogrebnyak), Schieber
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