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"Shutter Island", "Invictus" und der besondere DVD-Tipp "Lethal Weapon"
Mi. 03.03.
Lust auf Kino oder einen besonderen Film? Hier stellen wir jeden Woche zwei neue Kinofilme vor und dazu einen besonderen DVD-Tipp.
SHUTTER ISLAND (ab 25.02. in den Kinos)
USA, 2009 Regie : Martin Scorsese Darsteller : Leonardo di Caprio, Ben Kingsley, Max von Sydow...
Lobgesänge kennt Martin Scorsese nur zu gut. Es gibt nicht wenige, die in ihm den besten noch lebenden Regisseur unserer Zeit sehen, nennen ihn überschwänglich einen "wahren Künstler", vermutlich den letzten seiner Art, zumindest was das sonst so pragmatische Regiehandwerk angeht. Nun muss man eingestehen, dass Scorsese - Mitbegründer der New Hollywood-Ära und vermutlich genialster Ex-Junkie vor dem Herrn - seine beste Zeit in den 70ern verlebte, wo er namhafte Meisterwerke drehte. Meisterwerke von dauerhafter Wertigkeit. "Taxi Driver" zum Beispiel, oder "Wie ein wilder Stier", in denen er eng mit Robert de Niro zusammen arbeitete - seinem alten Freund aus früheren New Yorker Tagen. Jener de Niro, der ihn in den 70ern nach einem Selbstmordversuch am Krankenbett einer Klinik dazu motivierte weiter Filme zu drehen und letztendlich auch dafür verantwortlich war, dass Scorsese fortan vermehrt Drehbücher las anstatt weißes Pulver zu schnupfen. Es grenzt an ein Wunder, dass Scorsese nach solch wirren Wendungen des Lebens wieder arbeitet; und auch wenn de Niro nur noch selten in einem Scorsese Film auftaucht, so ist eines dennoch geblieben : Martin Scorsese setzt nach wie vor auf einen beständigen Schauspielcharakter, den er seit einem Jahrzehnt in Leonardo di Caprio gefunden zu haben scheint. In "Shutter Island" verarbeitet er wohl zudem eigene tiefschneidende Erfahrungen psychischer Beklommenheit. Das macht den Film optisch sehenswert, verlangt jedoch ein hohes Maß an Auffassungsgabe.
Shutter Island, 1954. US-Marshall Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und sein neuer Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) werden zu einem kniffligen Fall beauftragt. Auf der Gefängnisinsel "Shutter Island" ist die psychisch kranke Mörderin Rachel Solando (Emily Mortimer) spurlos verschwunden. Weit kann sie nicht sein, denn rund um das Eiland gibt es nur den tosenden Ozean und steile, scharfkantige Klippen. Schnell wird den beiden Kriminalbeamten klar, dass auf der berüchtigten Insel etwas nicht stimmen kann. Eine Mauer des Schweigens schlägt ihnen zunehmend entgegen. Weder die Pfleger, noch die Insassen wollen mit der Wahrheit herausrücken, sodass sie auf eigene Faust ermitteln müssen. Bald wird ihnen bewusst, dass der besonnene Anstaltsleiter Dr. Cowley (Ben Kingsley) in die Verstrickungen aus Halbwahrheiten und Illusionen involviert sein muss.
Was zunächst wie eine spannende Kriminalstory klingt, entpuppt sich rasch als Psychogramm einer geschundenen Seele. Mit geschickten Vorenthaltungen und Wendungen schlingert der Film von einem Genre ins andere, bis er sich beinahe im Film-Noir Bereich befindet bzw. in weiten Teilen an einen Hitchcock-Film erinnert. Leonardo di Caprio spielt seinen Charakter sehr überzeugend, lässt ihn im wahrsten Sinne des Wortes "leiden", nimmt aber auch durch seine durchwegs ansprechende Leistung den anderen Darstellern den Raum zum glänzen. Meistens agieren sie als Stichwortgeber, reflektieren nur selten die schauspielerische Gabe des Superstars. Etwas schwierig gestaltet sich auch die Storyführung des Films. Scorsese-Filme agieren oftmals nicht wie gewöhnliche Blockbuster. Sie beinhalten Rückblenden und nehmen der Handlung dadurch die Geschwindigkeit. Auch bei "Shutter Island" holpert die Story im Mittelteil vor sich her, während sich der Zuschauer lieber dem Handlungsstrang widmen würde, der durchaus spannend inszeniert ist. Wer nach unzähligen Wendungen, surrealen Szenen und Traumdeutungen noch Herr der Lage ist, sieht mit "Shutter Island" einen weiteren Klassefilm, jedoch kein Meisterwerk des Jahrhundertregisseurs. Wohl auch deshalb hat Paramont Pictures den Filmstart auf Februar 2010 verschoben, der möglichen Schmach einer Nichtberücksichtigung bei den Oscars aus dem Weg gehend. (FG)
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INVICTUS (ab dem 18.02. in den Kinos)
USA, 2009 Regie : Clint Eastwood Darsteller : Morgan Freeman, Matt Damon...
Filme können laut sein, Krach machen, pompös aufschneiden oder und vielleicht gerade deswegen in Klischees verfallen. Besonders Biografieverfilmungen neigen oftmals dazu, den Protagonisten aus dem "bestmöglichen" Blickwinkel zu beleuchten. In der Regel will man dadurch die Neigungen und Meinungen der Hauptperson erklären, die möglicherweise mit subversiven Ansichten kritisch zu betrachten ist. Bei "Invictus" (der Name eines Gedichtes des englischen Poeten William Ernest Henley aus dem Jahre 1875) hingegen umgeht Meisterregisseur Clint Eastwood ("Gran Torino", "Erbarmungslos") diese Falltür, indem er mit Nelson Mandela eine absolut unstrittige Person - seines Zeichens Friedensnobelpreisträger und Kämpfer für Menschenrechte - in Szene setzt. Dabei agiert er mit einem simplen Trick : anstatt sich in politischen Aussagen des ehemaligen Präsidenten von Südafrika zu verstricken zeigt er den schwelenden Rassenkonflikt des Landes anhand des nationalen Rugbyteams. Dabei kommt ihm zu Gute, dass die Südafrikaner wenn man so will ihr "Wunder von Bern" im Jahre 1995 hatten, als sie die Rugby-Weltmeisterschaft sensationell gewannen und sich ein unmittelbarer Zusammenhang von Mandela und dem gestiegenen Selbstvertrauen des vormals eher schwachen Teams nicht verleugnen ließ. Daraus konstruiert Eastwood einen flotten Kurzweilfilm ohne langwierige politische Details.
Nelson Mandela (Morgan Freeman) wird 1990 nach 27-jähriger Haftstrafe auf Robben Island freigelassen. Vier Jahre später - nach dem Ende der Apartheid - wird er als erster Schwarzer zum Präsident gewählt. Eines seiner wichtigsten Anliegen ist es, die tiefe Kluft zwischen der weißen Minderheit und der schwarzen Mehrheit zu überwinden. Bei einem Spiel der Springboks, der südafrikanischen Rugby-Union-Nationalmannschaft, die als Symbol der überwundenen weißen Herrschaft gilt und deshalb von der schwarzen Bevölkerung keinerlei Unterstützung erhält, kommt ihm im Hinblick auf die bevorstehende Rugby-Union-Weltmeisterschaft im Jahre 1995 im eigenen Land die Idee, die alten Symbole und Farben der Mannschaft beizubehalten, sich jedoch für ein gemeinsames Team - bestehend aus Schwarzen und Weißen - stark zu machen. Mandela trifft Mannschaftskapitän Francois Pienaar (Matt Damon) und gibt diesem indirekt zu verstehen, dass ein erfolgreiches Abschneiden bei der Weltmeisterschaft die beste Möglichkeit sei, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen einander näher zu bringen.
Recht amerikanisch inszeniert Eastwood das eigentliche Wettkampfgeschehen, in welchem er auf Originalkulissen und zeitweilige Einblendungen von Originalfernsehbilder setzt. Teilweise erinnert das ein wenig an TV-Filme der 80er ("Die Bären sind los"). Vor allem das Ende wirkt mit den obligatorischen Zeitlupenaufnahmen - in unzählig anderen Sportfilmen ebenfalls ein gern genutztes Spannungsmittel - eher unfreiwllig komisch denn dramatisch, was aber im Großen und Ganzen den Spaß an diesem Film nicht mindert. Die Verkörperung des Nelson Mandela ist nämlich absolut brilliant in Szene gesetzt, nicht zuletzt durch die Fähigkeit eines Ausnahmekönners wie Morgan Freeman. Unterstrichen von toller Filmmusik (komponiert von Eastwoods Sohn Kyle) bietet "Invictus" gute Unterhaltung mit nachdenklichen Untertönen. (FG)
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EMPIRE präsentiert
den DVD-Tipp der Woche :
(zu finden im Regal "leih+kauf", FSK: 18)
USA, 1987 Regie: Richard Donner Darsteller: Mel Gibson, Danny Glover, Tom Atkins,…
Von zahlreichen durchwachsenen Actionfilmen überflutet waren die Achtziger irgendwann einmal ob der immerzu wiederholenden Handlung zweitklassiger Kriminalfilmchen überreif für eine einschneidende Neuerung. Das dachte sich auch Regisseur Richard Donner ("Brennpunkt L.A."), als er gegen Ende dieser Dekade den Streifen „Lethal Weapon“ in die Kinos brachte. Raue Sprüche und rasante Verfolgungsjagden gab es zwar schon zuvor, jedoch überraschte der Film mit einer neuartigen emotionalen Tiefe. Regisseur Richard Donner, ebenfalls bekannt durch "Superman", "Das Omen" und "16 Blocks", beschreibt in seiner Millieustudie einen selbstmordgefährdeten Draufgänger (Mel Gibson) und den gegensätzlich glücklichen Familienvater (Danny Glover), die beide nur eine Gemeinsamkeit haben : sie sind beide Cops. Zusammen ermitteln sie an einem eigenartigen Mordfall und rutschen dabei bald tief in die Heroinszene hinein. Als klar wird, dass der Vater des Opfers bis zum Kragen darin verwickelt ist, decken sie die Karten bis weit in die Zeit des längst vergangenen Vietnamkriegs auf, zu welchem jede Hauptrolle eine eigene prägende Geschichte besitzt.
Man wundert sich bei dieser interessanten Inszenierung nicht, dass sie bis zum vierten Teil erfolgreich fortgeführt wurde. Denn schließlich liefert dieser trendsetzende Actionfilm alles, was ein guter Kinokassenschlager dieses Genres liefern muss – scharfe Waffen, laute Explosionen und - neben einer geradlinigen Handlung - markige Sprüche, um dem Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Auch heute noch ist die "Lethal Weapon"-Reihe durchaus ansehnlich. (MZ)
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wird bestimmt witzig!

seth_gekko am 04.03.2010, 19:59 Uhr
dj_tody am 03.03.2010, 20:08 Uhr
MoPat am 03.03.2010, 19:44 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=ZWTzyU5MFgM