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"Precious - Das Leben ist kostbar", der Hitchcock-Klassiker "Das Fenster zum Hof" und die CD der Woche!
Do. 15.04.
Lust auf Kino oder einen besonderen Film? Hier stellen wir jeden Woche neue Kinofilme vor und dazu einen besonderen DVD-Tipp. Ganz neu in dieser Rubrik ist die LP der Woche.
PRECIOUS - DAS LEBEN IST KOSTBAR (ab dem 25.03. in den Kinos)
Drama, USA, 2009 Regie : Lee Daniels Darsteller : Gabourey 'Gabby' Sidibe, Mo'Nique, Mariah Carey, Lenny Kravitz...
Mit reichlich Vorschusslorbeeren startete "Precious - Das Leben ist kostbar" vor einiger Zeit in den deutschen Kinos. Zum einen lag das an der aneckenden Umsetzung des brisanten Stoffes - verfilmt wurde ein umstrittenes Buch von Schriftstellerin Sapphire ("Push") - sowie an den Tatsache, dass der Film bei der diesjährigen Oscarverleihung gleich 6 Nominierungen erlangte und 2 Trophäen abräumte - für die beste Nebendarstellerin und das beste adaptierte Drehbuch. Im Grunde genommen nicht zu unrecht, betrachtet man die künstlerische Leistung und die Umsetzung trotz minimalem Budget. Dass der Film dennoch nicht wirklich einschlägt an den Kinokassen liegt wohl eher daran, dass uns Deutschen das amerikanische Sozialsystem nahezu unbekannt ist und deshalb weite Teile der Handlung nicht wirklich logisch erscheinen. Amerika ist nun mal ein Land, in welchem die sozialen Schichten so weit auseinander klaffen, dass die (auf Tatsachen beruhende) Handlung dem gutbürgerlichen Europäer wie eine Farce vorkommen muss.
Claireece „Precious“ Jones (Gabourey Sidibe) ist 16, fettleibig, schwarz, quasi Analphabetin und erwartet ihr zweites Kind von ihrem eigenen Vater. Sie schweigt und träumt sich durch den Alltag eines heruntergekommen Stadtviertels, während sie zuhause still die groben Misshandlungen ihrer arbeitslosen Mutter (mit einem Oscar ausgezeichnet : Mo’Nique) erträgt. Ein Stück Hoffnung scheint in ihr Leben zu kehren, als sie die Möglichkeit bekommt, auf einer alternativen Schule einen Abschluss zu machen. Sie lernt lesen und schreiben, löst sich mehr und mehr aus ihrer stummen Verharrung und findet Freunde unter ihren Mitschülerinnen. Doch ihre missgünstige Mutter und ihre dunkle Vergangenheit lassen nicht von ihr ab.
Der Film nimmt selten an Fahrt auf. Die meiste Zeit über reflektiert er die menschliche Ebene der sogenannten sozialen Unterschicht. Er will aber auch nicht belehren. Mit stoischer Gelassenheit setzt Regisseur Lee Daniels den Stoff um, ohne letztendlich Fragen zu beantworten. Der Zuschauer ist beinahe gezwungen, zu akzeptieren. Mit den beiden Schauspielerinnen Gabby Sidibe und Mo'Nique macht es aufgrund deren Arbeitsnachweises dennoch Spass mitzufühlen, auch wenn das Drehbuch sie mit allerlei Feinheiten zum Äussersten zwingt. Ganz sicher kein Film zum einfach mal vom Alltag abschalten. Bewegend und mutig, der sich von vielen ähnlichen Millieudramen abhebt. (FG)
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EMPIRE präsentiert
den DVD-Tipp der Woche :
Das Fenster zum Hof
(zu finden im Regal 3-102)
Thriller, USA, 1954 Regie: Alfred Hitchcock Darsteller : James Stewart, Grace Kelly...
Eine Lobpreisung des berühmten Filmregisseurs Alfred Hitchcock ist wohl niemandem etwas neues, und auch die Erwähnung einer seiner Filmtitel klingt für viele nicht mehr wie eine Neuigkeit, sondern viel mehr wie eine Reminiszenz seines talentierten künstlerischen Handwerks. Interessant für den ein oder anderen Thrillerliebhaber könnte jedoch sein, dass sein 1954 verfilmter schwarz-weiß-Streifen „Das Fenster zum Hof“ (englischer Originaltitel: „Rear Window“) um die 2000-Wende koloriert wurde. Auch wenn sich ein solch berühmter Klassiker im farblosen Original erst vollkommen entfaltet ist eine Restauration dieser zeitlosen Aufnahmen eine ausgezeichnete Idee gewesen, denn oftmals spielen die Szenen bei Nacht und strömendem Sommerregen, was den Filmgenuss noch einmal etwas angenehmer werden lässt.
Der Film, basierend auf der Kurzgeschichte „It had to be be murder“ (1942) vom Krimiautor Cornell Woolrich, erzählt von einem leidenschaftlichen Fotoreporter namens L. B. Jeffries (James Stewart), der durch einen Beinbruch in den Rollstuhl gefesselt ist. Eine überaus langweilige Situation für den sonst so engagierten jungen Mann. Regelmäßige Abwechslung beschaffen ihm nur zwei Menschen, hierzu zählen die Krankenschwester Stella (Thelma Ritter) und seine Verlobte Lisa Fremont (Grace Kelly). Jedoch treibt ihn die gähnende Langeweile immer wieder ans Fenster und mit Hilfe des Teleobjektivs seines Fotoapparats auch in die Wohnungen seiner Nachbarn. Verübeln kann man es dem jungen Journalisten wohl kaum, denn schließlich hat er überaus interessante Nachbarn mit den unterschiedlichsten Geschichten und Geheimnissen. So stößt er bald auf eine dunkle Vertuschung, welche schwer nach einem Mordfall riecht. Das gegenüber wohnende Ehepaar ist nach vielen Streitereinen und einem hellen Schrei in der Nacht nicht mehr gemeinsam zu sehen, so scheint es, dass nur noch der Mann in der Wohnung lebt. Als Jeff seinen Nachbarn mit einer Säge, einem Küchenmesser und einem Aluminiumkoffer, den dieser immer öfter und nur für kurze Zeit aus dem Haus trägt, beobachtet, ist sein Verdacht groß. Jedoch fehlt seinem sonstigen Umfeld die Überzeugung sich eine solch grausame Tat in der Nachbarschaft auszumalen…
Hitchcocks Klassiker erinnert an viele neuzeitige Filme und ist somit unbestreitbar ein Grundstein für die heutige Welt der Kriminalgeschichten. So diente „Das Fenster zum Hof“ offensichtlich auch als Konzept des 2007 gedrehten Thrillers „Disturbia“. Kinofans, die sich bei diesem Film mitreisen ließen, werden also sicherlich auch ihr Vergnügen mit der Urfassung haben. (MZ)
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Diginights präsentiert die LP der Woche :
Falco – The Spirit never dies
(Warner, 2010)
Ein Musikgenie ging 1998 von uns. Falco, bekannt für seinen Wiener Schmäh und exzessiven Lebensstil. 12 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht nun seine Plattenfirma ein weiteres Album. „The Spirit never dies“ lautet der Titel des viel gepriesenen Werkes. Wahrscheinlich wäre dieses Album zu Lebzeiten des umstrittenen Sängers niemals so erfolgreich geworden. Aber das sind nun mal die Geschichten die „das Leben“ schreiben und genau solche lieben die Menschen. Das Album ist nicht nur für Falco-Fans eine interessante CD; auch für jene, die bisher nicht viel mit seinen Songs anfangen konnten wird es überraschend sein, wie vielseitig der Österreicher eigentlich war. Nicht umsonst wurde Falco einst als erster weißer Rapper betitelt. Bestes Beispiel ist das Lied „Qué pasa Hombre“. Leichte lateinamerikanische Einflüsse sind zu hören und wäre für jeden Salsakurz als Einstiegslied geeignet. Was dieses Album noch abrundet, ist die Jeanny Triologie, welche sich komplett auf dem Album befindet. Diese umfasst alle 3 Teile des einstigen Skandalhits. Hierbei überrascht Falco mit dem Song „The Spirit never dies“, welchen er in voller Länge besingt, und gleichzeitig beweist, dass er singen konnte. Insgesamt ein sehr zu empfehlendes Album, welches Abwechslung bietet und sich auch wunderbar als Geschenk eignet. (ADA)
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