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"Percy Jackson - Diebe im Olymp", "In meinem Himmel" und der besondere DVD-Tipp : "Scarface"

Mi. 17.02.

Lust auf Kino oder einen besonderen Film? Hier stellen wir jeden Woche zwei neue Kinofilme vor und dazu einen besonderen DVD-Tipp.

PERCY JACKSON - DIEBE IM OLYMP (ab 11.02. in den Kinos)

USA, 2009     Regie : Chris Columbus     Darsteller : Logan Lerman, Bierce Brosnan, Uma Thurman,...

Nach Harry Potter, Eragon oder der Twilight-Saga scheint das Fantasy-Genre in den Hollywood-Studios endgültig angekommen zu sein. Mit "Percy Jackson" wagt sich 20th Century Fox an die nächste Fantasyverfilmung eines erfolgreichen Jugendbuches und "leiht" sich für diese Zwecke mit Chris Columbus einen Regisseur aus, der sich mittlerweile bestens in diesem Fach auskennen müsste. Für "Harry Potter und der Stein der Weisen" sowie "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" stand er bereits hinter der Kamera und bringt deshalb die geballte Erfahrung mit, die den pubertierenden (und manchmal darüber hinaus gewachsenen) Kinogänger in den Sessel fesselt. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen sich Chris Columbus alleinegelassenen Kids ("Kevin allein zu Haus") oder umgebaute Kindermädchen ("Mrs. Doubtfire") widmete. In seinen neueren Werken inszeniert er mit Vorliebe rasante Kurzweilfilme, denen es nie an Höhepunkten fehlt - die jedoch auch Lücken in der Erzählrhythmik aufweisen.

Percy Jackson (Logan Lerman) ist eigentlich ein angenehmer Zeitgenosse. Er geht brav zur Schule, liebt seine Mutter über alles und hat wie jeder Junge in seinem Alter menschliche Makel; er leidet unter Legasthenie. Deswegen ist er nicht gerade beliebt bei seiner Mathelehrerin, der diese Leseschwäche offenbar nie aufgefallen ist, da sie sich für gänzlich andere Dinge an Percy interessiert. In Wirklichkeit ist sie nämlich eine Abgesandte des Unterweltgottes Hades, und Percy rein Zufällig der Sohn des Meeresgottes Poseidon, den die unscheinbare Mathelehrerin - jetzt zu einer wilden Furie mutiert - des Diebstahls bezichtigt. Dem Göttervater Zeus wurde nämlich der Herrscherblitz gestohlen und alles deutet auf Percy Jackson hin. Um seine Unschuld zu beweisen muss sich Percy mit seinen Freunden, dem Satyr Grover (Brandon T. Jackson) und der schönen Annabeth (Alexandra Daddario), auf den Weg durch die USA machen, um den wahren Dieb zu entlarven.

An Spannung und Dramatik fehlt es dieser Fantasyverfilmung wahrlich nicht. Ständig kracht und knallt es irgendwo, und wenn nicht, dann fesseln eindrucksvolle Computeranimationen das Auge. Interessant macht den Film zudem die Verbindung zur griechischen Mythologie, die mit der Neuzeit verwoben wird. Wer im Geschichtsunterricht gepennt hat, kann sich hier wenigstens die Grundkenntnisse einholen, auch wenn sie sich möglicherweise nicht ganz als schultauglich aufweisen. Logan Lermann und Alexandra Daddario spielen ihre Rollen glaubwürdig, werden aber vom Drehbuch nicht sonderlich gefordert. Dafür bestechen in "Percy Jackson - Diebe im Olymp" besonders die Nebenrollen. So geben beispielsweise Uma Thurman ("Pulp Fiction") oder Pierce Brosnan ("James Bond") schnuckelige Fabelwesen her; letzterer mit einem Arsch wie ein Pferd. An sich wäre der Film gute Unterhaltung, wenn es der Story nicht an Timing und an einer guten Charakterzeichnung mangeln würde. Der Zuschauer wird oftmals viel zu schnell ins Geschehen geschmissen, ohne wirklich mit dem Protagonisten mitfühlen zu können oder die Zusammenhänge zu verstehen. Deshalb kann man von keinem Meilenstein des Genres sprechen, jedoch von solider, kurzweiliger Unterhaltung, die wohl bald mit einer Fortsetzung weitergeführt wird. (FG)

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IN MEINEM HIMMEL (ab 18.02. in den Kinos)

USA, 2009     Regie : Peter Jackson     Darsteller : Mark Wahlberg, Stanley Tucci, Susan Sarandon...

Ein Film wie ein Rubens-Gemälde; zwischen dunklen Schluchten und saftigen, grasgrünen Wiesen pendelnd, fasziniert "In meinem Himmel" mit leisen, traurigen Tönen. Regisseur Peter Jackson ("King Kong", "Herr der Ringe") erzählt nicht mit pompösen Trara sondern mit Herz, wenn er versucht, die Seelenverwandschaft zweier Menschen aufzuzeigen, die durch das schlimmste Schicksal voneinander getrennt sind, das man sich wohl vorstellen kann : den Tod. Dieses in filmischer Handwerkskunst auszudrücken grenzt beinahe an Unmöglichkeit, wird bei "In meinem Himmel" jedoch gegen allen Erwartungen eindrucksvoll widerlegt. Die Romanvorlage von Alice Sebold galt zunächst als unverfilmbar, bis sich Meisterregisseur Peter Jackson ihr annahm und ihr seinen Stempel aufdrückte. Obwohl der Film unverständlicherweise bei der internationalen Presse durchfiel, hinterlässt er ein denkwürdiges Kinoerlebnis. 

Die 14-jährige Susie Salmon (Saoirse Ronan) lebt in wohlbehüteten Verhältnissen irgendwo im Amerika der 70er Jahre. Ausser ihrem Hang zur Fotografie neigt sie zu Schwärmereien für einen Jungen aus ihrer Schule, mit dem sie sich bald verabreden will. Doch ehe es dazu kommt, trifft sie auf den merkwürdigen Nachbarn George Harvey (Stanley Tucci), der sie eines Tages in ein selbstgebautes Verlies lockt und ermordert. Ehe sie jedoch im Himmel Frieden finden kann, findet sie sich in einer Art Zwischenwelt wieder, wo sie ruhelos umherirrt und verzweifelt versucht, mit ihrem Vater (Mark Wahlberg) Verbindung aufzunehmen.

Die krassen Gegensätze sind es, die Peter Jackson besonders interessieren. Zum einen die unspektakuläre Lebensweise der Familie, die von einem grausigen Schicksalsschlag überschattet wird. Die unbändige Wut, in die sich der sonst so harmonisch wirkende Familienvater (hervorragend dargestellt von Mark Wahlberg) hinein stürzt oder die äußere Gelassenheit eines geisteskranken Serienmörders, den es hin und wieder zu gruseligen Gewalttaten reisst (oscarnominierte Darstellung von Stanley Tucci). Jackson legt über alles eine anmutige Traurigkeit, vergisst aber auch nicht, den Zuschauer mit verhaltenem Optimismus zu füttern - das Leben geht schließlich weiter. Nur die geistige Verbindung zwischen Vater und Tochter packt er stets in wunderschöne Traumbilder, mit denen er die Verbundenheit andeutet. Peter Jackson hat sich sicherlich keinen leichten Stoff ausgesucht, meistert ihn jedoch in gewohnter Manier. Alles in allem ein äußerst sehenswerter, weil ungewöhnlicher Film. (FG)

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EMPIRE präsentiert
den DVD-Tipp der Woche :

 

SCARFACE
(zu finden im Regal "leih+kauf", FSK: 18)


USA, 1982     Regie: Brian De Palma     Darsteller: Al Pacino, Steven Bauer, Michelle Pfeiffer, Mary Elizabeth Mastrantonio…

Brian De Palmas Kriminalklassiker ist scheinbar ein allgemein bekanntes Kinoerlebnis der besonderen Art. Wenn man jedoch betrachtet, dass der Film in Deutschland lediglich 175.000 Besucher in die Kinos lockte, wird fraglich, warum der Titel solch Popularität genießt. In den Vereinigten Staaten zum Beispiel wurden die Fimpaläste förmlich eingerannt. Dies ist wohl darauf zurück zu führen, dass dem Film in Deutschland mehr als 15 Minuten herausgeschnitten wurden und er dadurch nicht nur an Spannung und Action, sondern auch an Handlung verlor.
Absolut zu empfehlen ist hingegen die englische oder ungeschnittene deutsche Fassung, welche aufgrund der fehlenden Altersfreigabe jedoch nur sehr schwer zu erhalten ist.

Al Pacino - in einer seiner besten Rollen - versucht als kubanischer Einwanderer in der USA sprichwörtlich vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden, was ihm auch offensichtlich auf Grund seiner omnipräsenten Coolness gelingt. Seine Gier trägt ihn jedoch immer tiefer in illegale und dreckige Drogengeschäfte hinein und bald wird klar, dass reich zu werden in diesem Business kein Hütchenspiel mehr ist.

Der Zuschauer hierzulande hat mit großer Wahrscheinlichkeit die gekürzte Version dieses Kultfilmes gesehen und sollte sich bei nächster Gelegenheit ein richtiges Bild dieses Meisterwerkes machen. In der Videothek "Empire" gibt es deshalb diesen Film auf Anfrage. (MZ)

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