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"Männer die auf Ziegen starren", "Bad Lieutenant" und der besondere DVD-Tipp

Di. 09.03.

Lust auf Kino oder einen besonderen Film? Hier stellen wir jeden Woche zwei neue Kinofilme vor und dazu einen besonderen DVD-Tipp.

MÄNNER DIE AUF ZIEGEN STARREN (ab 04.03. in den Kinos)

USA, 2009     Regie : Grant Heslov     Darsteller : George Clooney, Kevin Spacey, Ewan McGregor, Jeff Bridges...

Man muss schon zweimal hinschauen, um sicher sein zu können, den Titel richtig gelesen zu haben. "Männer die auf Ziegen starren" ist eben auch ein ganz und gar ungewöhnlicher Name für einen Kinofilm, hinter dem sich das illustre Who-is-Who Hollywoods verbirgt. Nicht nur Frauenschwarm George Clooney, Ex-Obi-Wan Ewan McGregor und Kevin Spacey ("American Beauty") wirken in diesem Streifen mit, sondern auch der frisch gekürte Oscarpreisträger Jeff Bridges ("Crazy Heart", "The Big Lebowski"), der den Cast mit seiner Darstellung als erleuchteter Hippie in Uniform komplettiert. Nun könnte man meinen, ein Film mit all diesen Ausnahmekönnern würde zu kollektivem Gedränge vor der Kamera führen. Doch genau hier liegt die Stärke des Films. Anstatt die Stars vor der Kamera Gassi zu führen streut Regisseur Grant Heslov ihre Anwesenheit bedacht ein. Jeff Bridges taucht zunächst nur in kurzen Rückblenden auf, Kevin Spacey wirkt als fieser Kamerad Larry Hooper nur sporadisch mit - bekommen dann jedoch im Finale ihre großen - und sehr amüsanten - Auftritte. Lediglich Clooney und McGregor schlittern als unfreiwilliges "Dreamteam" von Beginn an von einem Konflikt in den nächsten. Dass sie dabei auch zufällig auf Ziegen starren müssen, verrät bereits der Filmtitel.

Der Kleinstadt-Reporter Bob Wilton (Ewan McGregor) stößt durch Lyn Cassady (George Clooney) auf eine schier unfassbare Story: In der US-Armee existiert eine geheime Hippie-Spezialeinheit. Statt an Waffen trainieren die selbsternannten "Jedi-Krieger" übersinnliche Fähigkeiten. Auf ihrem Stundenplan stehen unter anderem Hellsehen, durch Wände gehen und Ziegen durch stoisches Anstarren töten. Unter Anleitung ihres Ober-Gurus Bill Django (Jeff Bridges) experimentieren sie sogar mit bewusstseinserweiternden Drogen. Doch Lyns übersinnliche Kräfte wecken den Neid seines Kameraden Larry Hooper (Kevin Spacey). Nach einer geschickt eingefädelten Intrige verschwindet Bill spurlos. Auf der Suche nach ihm begeben sich Lyn und Bob auf einen irrwitzigen Trip durch die irakische Wüste.

Wer nun denkt, "Männer die auf Ziegen starren" sei ein reines Gagfeuerwerk im Stile alter David Zucker-Jim Abrahams Filme, liegt sicher falsch. Natürlich gibt es genügend aberwitzige Passagen, die dafür sorgen, dass man sich vor Lachen im Sessel biegt, ist jedoch nicht als reiner Klamauk anzusehen. Der Grundtenor des Films ist durchaus kritisch angehaucht, zumindest was den Irakkonflikt betrifft, um den es am Rande geht. Persifliert wird allgemein alles, was im weitesten Sinne militärischen Ursprungs hat - wie sonst ließe sich eine Hippie-Abteilung mit einem zopftragenden Grundausbilder erklären. Nicht nur für hartgesottene Männer ist dieser Film ein Hochgenuss. Auch für all jene, die auf subtile Komik stehen und schwarzem Humor nicht abgeneigt sind, ist "Männer die auf Ziegen starren" zu empfehlen. Im Grunde genommen könnte man dazu neigen, ihn als reinen Männerfilm abzustempeln; man hätte jedoch mit George Clooney eine mögliche Waffe in der Hinterhand, um seine Angebetete mit ins Kino zu locken. By the way, herrlich das Gesicht der Dame anzusehen, wenn George Clooney mit Rotzbremse auf der Leinwand auftaucht. (FG)

 

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BAD LIEUTENANT - COP OHNE GEWISSEN (ab 25.02. in den Kinos)

USA, 2009     Regie : Werner Herzog     Darsteller : Nicolas Cage, Eva Mendes, Val Kilmer... 

Da pirscht sich doch tatsächlich auf ganz leisen Sohlen einer dieser Filme heran, der das Zeug dazu hätte, sich in die Aufzählungen gelungener Kultfilme einzureihen. Aus der Schmiede des gebürtigen Müncheners Werner Herzog ("Fitzcarraldo", "Nosferatu") stammt nämlich diese fatal wirkende Abrechnung des amerikanischen Way of Life, die den verstörenden Namen "Bad Lieutenant" trägt. Nun ist der Film kein Remake des 1992er Abel Ferrara Klassikers "Bad Lieutenant" (mit Harvey Keitel in der Hauptrolle), sondern betrachtet aus ganz eigenen Blickwinkeln die moralischen Zerwürfnisse des amerikanischen Polizeiwesens - dargestellt in Form von einem nie besser gewesenen Nicolas Cage. Darf ein Cop auf der Seite des Guten stehen, wenn er sich gleichzeitig der Seite des Bösen zuwendet? Diese Frage beschäftigt Werner Herzog, wenn er mit schnellen Schnitten die täglichen Ermittlungsarbeiten eines Lieutenant aufzeigt, der selbst immer tiefer in der Drogenabhängigkeit versinkt. Dabei reitet er jedoch niemals auf gängigen Milieu-Klischees herum, sondern zeigt eine zerrüttete Seele, deren Ansinnen es einst war, Menschen zu retten, jetzt aber drauf und dran ist, selbst gerettet werden zu müssen.

Während des Hurricans Katrina rettet Cop Terry McDonagh (Nicolas Cage) einem Gefängnisinsassen das Leben. Die Rettungsaktion muss er jedoch teuer bezahlen : seine Wirbelsäule hat schwere Schäden davon getragen, sodass er sein ganzes Leben lang auf starke Schmerzmittel angewiesen sein wird. Diese gepaart mit Kokain halten ihn bei der Stange; wenn da nicht die immer größer werdende Abhängigkeit von der Droge wäre, die ihn - inzwischen zum Lieutenant befördert - zu allerlei krummen Geschäften verleiten. Nebenher ermittelt er in einem Mordfall, der ihn auf die Spuren des Gangsterbosses Big Fate (Xzibit) führt. Zusammen mit seinem Partner Stevie Pruit (Val Kilmer) hängt sich Terry - nun voll dem täglichen Turn erlegen - an dessen Fersen. 

Es ist schlicht und einfach gesagt eine beeindruckende One-Man-Show, die Nicolas Cage in "Bad Lieutenant" abliefert. Trotz illustrer Co-Stars wie Val Kilmer ("Heat") oder Eva Mendes ("Training Day") spielt er alles und jeden an die Wand. Seine Verkörperung des drogenabhängigen, spielsüchtigen Cops ist einfach unwiderstehlich. Gepaart mit allerlei skurrilen Ideen des Regisseurs das Hinübergleiten in die Abhängigkeit anhand von bildlichen Metaphern aufzuzeigen, machen diesen Film absolut sehenswert. Für Spannung sorgt der eigentliche Plot des Films, der zwar nicht wirklich aussergewöhnlich erscheint, jedoch handwerklich gekonnt umgesetzt wurde. Vermutlich wird "Bad Lieutenant" nicht wirklich einschlagen in den Kinocharts, was jedoch sicher nicht am Film liegt, sondern an der eher schwachen Vermarktung des deutschen Rechteinhabers. Schade, denn "Bad Lieutenant" hätte durchaus mehr Beachtung verdient. (FG)

 

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EMPIRE präsentiert
den DVD-Tipp der Woche :

 

 

GOTTES WERK UND TEUFELS BEITRAG

(zu finden im Regal 3 - 085)

USA, 2000     Regie : Lasse Hallström     Darsteller : Tobey Maguire, Charlize Theron, Michael Caine...

Lange Jahre galten die beiden Brüder Bob & Harvey Weinstein als unerbittlich grausame Filmzerhecksler. Mit ihrer Independent-Filmproduktionsfirma Miramax jagten sie vor allem jenen Regisseuren Schrecken ein, die auf den absoluten Endschnitt ihrer Werke bestanden, weshalb kaum ein Regisseur großen Namens wagte, mit den beiden Brüdern - von denen Harvey Weinstein gar bösartig "Harvey mit den Scherenhänden" genannt wurde, weil er sich gerne die Endversion der abgedrehten Filme vornahm und sie nochmals eigenhändig zusammenschnitt - zusammen zu arbeiten. Eines musste man ihnen jedoch lassen; keine andere Produktionsfirma besaß solch ein gutes Näschen was Filmhits betraf wie Miramax. Den Weinstein-Brüdern sind demnach Kultstreifen wie "Pulp Fiction", "Good Will Hunting" oder "Shakespear in Love" zu verdanken, Stars wie Gwyneth Paltrow, Matt Damon oder Quentin Tarantino wären ohne sie nicht denkbar und auch Regisseur Lasse Hallström kann ein Lied davon singen, welch ausgesprochenes Geschick die beiden New Yorker besaßen, Romanverfilmungen hitverdächtig zu verwirklichen. Mit "Gottes Werk und Teufels Beitrag" wagte sich Hallström im Jahr 2000 schliesslich an einen Weltbestseller des Autors John Irving, für den er Michael Caine, Charlize Theron und den damals noch eher unbekannten Tobey Maguire ("Spiderman") engagierte. Herausgekommen ist einer der schönsten Filme aller Zeiten, der auch von der Academy nicht umgangen wurde. "Gottes Werk und Teufels Beitrag" erhielt 2 Oscars und war für 5 weitere nominiert.

Homer Wells (Tobey Maguire) wächst in einem Waisenhaus in St. Clouds in Maine auf. Obwohl mehrere Paare den Jungen schon als Baby adoptieren wollten, kam Homer immer wieder zurück. So wird Homer zum Lieblingskind des Leiters des Waisenhauses Dr. Wilbur Larch (Michael Caine), der ihn wie einen eigenen Sohn aufzieht. Larch führt Homer Mitte der 40er Jahre in die Geheimnisse der ärztlichen Kunst ein; Homer assistiert ihm bei Operationen. Nur in einem Punkt sind beide geteilter Meinung. Larch befürwortet und praktiziert Abtreibungen, Homer ist absolut gegen Abtreibung. Als ein junges Paar – der zum Kriegsdienst einberufene Lieutenant Wally Worthington (Paul Rudd) und seine Freundin Candy Kendall (Charlize Theron) – bei Larch erscheinen, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen, sieht Homer eine Chance, seinem bisherigen Leben eine andere Richtung zu geben. Bisher hatte er das Waisenhaus nie verlassen, auch, weil Larch immer davor gewarnt hatte, in „die Welt” zu gehen, da es dort viel schlimmer sei als in der behüteten Welt des Waisenhauses. Doch Homer verlässt St. Clouds mit Wally und Candy. Als Wally in den Krieg gegen Japan eingezogen wird, wird aus der Freundschaft zwischen Homer und Candy Liebe, bis Wally aus dem Krieg zurück kehrt - als Krüppel und auf Hilfe seiner Frau angewiesen.

Kommentare

firestarter
firestarter, (4)
Kronos
Single, muss aber nicht sein

firestarter am 21.04.2010, 23:49 Uhr

[quote=nova]Es ist schlicht und einfach gesagt eine beeindruckende One-Man-Show, die Nicolas Cage in "Bad Lieutenant" abliefert. Trotz illustrer Co-Stars wie Val Kilmer ("Heat") oder Eva Mendes ("Training Day") spielt er alles und jeden an die Wand. Seine Verkörperung des drogenabhängigen, spielsüchtigen Cops ist einfach unwiderstehlich. Gepaart mit allerlei skurrilen Ideen des Regisseurs das Hinübergleiten in die Abhängigkeit anhand von bildlichen Metaphern aufzuzeigen, machen diesen Film absolut sehenswert. Für Spannung sorgt der eigentliche Plot des Films, der zwar nicht wirklich aussergewöhnlich erscheint, jedoch handwerklich gekonnt umgesetzt wurde. Vermutlich wird "Bad Lieutenant" nicht wirklich einschlagen in den Kinocharts, was jedoch sicher nicht am Film liegt, sondern an der eher schwachen Vermarktung des deutschen Rechteinhabers. [b]Schade, denn "Bad Lieutenant" hätte durchaus mehr Beachtung verdient.[/b] (FG)[/quote]Absolut richtig! Habe mir den Film in der Zwischenzeit angesehen und muss sagen, dass der Film wirklich besser ist, wie die meisten Kritiken, die ich gelesen hatte. Aus einem mir nicht ganz ersichtlichen Grund wurde bereits im Vorfeld des Films "Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen" das Ganze von vielen Kritikern als Remake von "Bad Lieutenant" mit Harvey Keitel aufgenommen. Dabei hat der Regisseur Werner Herzog eine ganz andere Story aufgezogen, auch wenn natürlich der korrupte Cop Terence McDonagh, gespielt von Nicolas Cage, Parallelen zu dem von Harvey Keitel gespielten Cop aufweist (Drogensucht, Korruption, Wettschulden, etc.).

Der Film überrascht immer wieder mit seinen Wendungen der Story.
Mein Fazit: 8/10
digital
digital, M (93)

digital am 17.03.2010, 16:44 Uhr

Wärst halt lieber in "Zeiten ändern dich" gegangen, der wäre bestimmt besser gewesen :D
mxjanis
mxjanis, F (19)
Single, muss aber nicht sein

mxjanis am 17.03.2010, 00:22 Uhr

Ich fande den Film total schlecht, das Clooney sich auf sowas eingelassen hat!
RESPEKT, muss wohl knapp bei kasse sein der gute!

Und die einzigsten witzigen stellen wurden schon im Trailer gezeigt und das waren leider nicht viele!
andy
andy, M (31)
Neckarsulm
Bin vergeben

andy am 09.03.2010, 20:41 Uhr

war ganz nett, aber mehr auch net!
Meiner Meinung nach...
musste mich nicht auf der Couch kringeln o.ä. und wenn man den Trailer gesehen hat ists auch ein wenig plöd!

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