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"Everybody's fine", der besondere DVD-Tipp und die LP der Woche

Mi. 31.03.

Lust auf Kino oder einen besonderen Film? Hier stellen wir jeden Woche neue Kinofilme vor und dazu einen besonderen DVD-Tipp. Ganz neu in dieser Rubrik ist die LP der Woche, die von unserem Redakteur Alessandro zukünftig jede Woche gekürt wird.

EVERYBODY'S FINE (ab dem 18.03. in den Kinos)

Drama/Komödie, USA, 2009     Regie : Kirk Jones     Darsteller : Robert de Niro, Drew Barrymore, Kate Beckinsale, Sam Rockwell...

Das Alter macht auch vor Hollywoodstars keinen Halt. Robert de Niro etwa sind seine mittlerweile 67 Jahre durchaus anzumerken, weshalb er sich wohl sinnigerweise entschlossen hat, dem Alter entsprechende Filmrollen anzunehmen - in diesem Fall die eines alten Mannes, der zwar in seinem beruflichen Leben "Millionen Meilen Telefondraht verlegt hat", es jedoch nicht geschafft hat, den richtigen Draht zu seinen Kindern zu finden. Regisseur Kirk Jones ("Die zauberhafte Nanny") inszeniert einen wunderbar traurigen Film, der zwar mit vier hochkarätigen Schauspielern besetzt ist, dessen heimlicher Star jedoch die Intension ist, die Sehnsucht nach der familiären Harmonie aufzuzeigen. Das ist eindrucksvoll gelungen, wenngleich Jones manchmal etwas vorhersehbar agiert, sich jedoch nie im Klischee verliert. Deshalb bleibt "Everybody's fine" ein gelungener Film, der mit viel Liebe und Herz entstanden ist und exakt jene ohne rührselig zu wirken trifft.

Der Witwer Frank Goode (Robert De Niro) hat vor acht Monaten nach 41 Ehejahren seine geliebte Frau verloren und sucht jetzt einen neuen Platz im Leben. Doch der Start fällt verhalten aus: Seine vier Kinder Robert (Sam Rockwell), Amy (Kate Beckinsale), Rosie (Drew Barrymore) und David (Austin Lysy) sagen geschlossen eine fest geplante Familienzusammenkunft im Hause des alten Herrn ab. Doch wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg halt zum Propheten. Der gesundheitlich angeschlagene Frank entschließt sich daheim in Connecticut, zu einem Road Trip aufzubrechen und seine Kinder der Reihe nach zu überraschen. Doch schon auf seiner ersten Station erlebt er eine Enttäuschung. In New York steht Frank vor der verlassenen Wohnung seines Künstler-Sohnes David. In Chicago scheint er bei der erfolgreichen Werbeagentur-Chefin Amy, deren Sohn Jack (Lucian Maisel) und ihrem Mann Jeff (Damian Young) wenig willkommen zu sein. Zu unterkühlt ist die Atmosphäre. Irgendetwas stimmt nicht. Denn dieser Eindruck vermittelt sich auch in Denver, wo sich herausstellt, dass Robert keineswegs einem berühmten Orchester als Dirigent vorsteht, sondern lediglich als Percussionist sein Geld verdient. Auch in Las Vegas verheimlicht Rosie, die in ihrem luxuriösen Appartement als Tänzerin großen Erfolg vorlebt, ihrem Vater Grundlegendes.

Als Komödie angekündigt entwickelt sich der Film eher in Richtung Roadmovie - mit herrlichen Nachtaufnahmen von Reno und New York. Wer bei "Everybody's fine" also Schenkelklopferhumor erwartet, wird enttäuscht aus dem Kinosaal gehen. Natürlich deuten sich hin und wieder humoristische Nuancen an, die Robert de Niro natürlich in seinem vielseitigem Repertoir hat. Der Grundtenor des Films bleibt jedoch melancholisch und spricht in Metaphern. Ein etwas anderer Film also, der großen Charme entwickelt, weil sich keiner der grandiosen Schauspieler in den Vordergrund spielt. Besonders ansehnlich ist die surreale Idee des Drehbuchautors, die mittlerweile erwachsenen Kinder vor den Augen ihres Vaters als kleine Racker zu zeigen, die aus ihren Kindermünden mit ihrem inzwischen alten Herren reden. Fazit : Diesen Film sollte man sich unbedingt anschauen. (FG)

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EMPIRE präsentiert
den DVD-Tipp der Woche :

 

 

DONNIE DARKO

(zu finden im Regal 3-183)

USA, 2001     Regie: Richard Kelly    Darsteller : Jake Gyllenhaal, Maggie Gyllenhaal, Daveigh Chase, Mary McDonnell, James Duval,...

Regisseur Richard Kelly gilt als Wunderkind. Bereits mit 25 jungen Jahren gelingt es ihm sein erstes Script zu verkaufen und einen Kultfilm daraus zu schaffen. Leider heißt Kultfilm nicht sofort einen riesigen Erfolg zu erzielen und so belaufen sich die Kasseneinnahmen gerade einmal auf 500.000 Dollar. Folglich sehen auch die Besucherzahlen in den Vereinigten Staaten aus, in Deutschland läuft der Film sogar nie an. Dieser Flop ist wohl auf den äußerst ungeschickten Veröffentlichungszeitpunkt kurz nach dem 11. September 2001 zurückzuführen. Das rechtfertigt jedoch nicht an diesem eher unbekannten Film achtlos vorbeizulaufen, wenn es einen mal wieder in die Videothek verschlagen hat. Nein, manchmal lohnt es sich bei den „Vergessenen“ stehen zu bleiben.

Donnie Darko (Jake Gyllenhaal) lebt mit seiner amerikanischen Durchschnittsfamilie in Middlesex, einer repräsentativen Vorstadt North Carolinas. Jedoch gehört er nicht zu den gewöhnlichen Jungen seines Alters, in der Vergangenheit war das Problemkind schon häufiger aggressiv auffallend und durfte dies bereits ein Jahr in einem Gefängnis absitzen. Donnie leidet auch an einer paranoiden Schizophrenie, so schlafwandelt er nachts und halluziniert die merkwürdigsten Wahnvorstellungen. In einer Nacht vernimmt er jedoch zum ersten Mal eine mysteriöse Stimme und folgt ihr bis auf einem großen Rasen, dem örtlichen Golfplatz. Auf dieser Surrealen Wiese trifft er auf einen 1,80 großen Mann im Hasenkostüm (James Duval), welcher ihm eine exakte Zeitangabe über den Weltuntergang überbringt – Donnie Darko hat seinen imaginären Freund Frank erfunden. Dieser rettet ihm in dieser Nacht sogleich das Leben, denn wie sich am Morgen darauf herausstellt ist unmittelbar in sein Zimmer eine Flugzeugturbine gefallen. Das merkwürdige dabei: Das Wrack dazu ist nicht aufzufinden.

Passepartout gibt uns Richard Kelly einen Einblick in eine außergewöhnliche Inszenierung, die sich zwischen Fantasy, Mystery und Science Fiction bewegt. Gewürzt mit einem dramatischen Aufbau und verfeinert mit schrägem Humor, birgt dieser Film ein breites Spektrum an Eindrücken, welche wie viele Zahnräder ineinander greifen und trotz der Genrevielfalt ein geniales Bild ergeben. Wer also genau wie Kelly die Filme „Twelve Monkeys“, „Zurück in die Zukunft“ und „Dark City“ als Lieblingsfilme bezeichnet, sollte auf jeden Fall seine persönliche Idee namens „Donnie Darko“ gesehen haben. (MZ) 

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DIE LP DER WOCHE :

Fettes Brot - Fettes und Brot

(2010, Indigo) 

Es ist 2010 und verdammt lang her! Stimmt. Legt man die neue CD der Hamburger Band "Fettes Brot" ein - modisch schick in einer blauen Hülle eingepackt - schallt einem sofort ein Klassiker von 1996 („Jein“) entgegen. Nun haben wir aber 2010. Vor zwei Jahren veröffentlichten die Brote aus Hamburg ihr letztes Studioalbum. Seither ist es ruhig gewesen um die Norddeutschen. Das besondere an diesem neuen Live-Doppelalbum ist also, dass es ein Weckruf an die Fans ist : Wir sind wieder da. Obwohl, ein wirkliches Doppelalbum ist es nicht, was die Brote uns hier präsentieren. Klingt komisch, ist aber wirklich so. Das blaue Album „Fettes“ und das orangene Album „Brot“ erschienen zwar am gleichen Tag, sind aber eigentlich zwei verschiedene Alben. Deswegen macht es auch keinen Sinn nur eines davon zu besitzen, will man in den vollen Genuss der drei symphatischen Hamburger plus Band kommen.

Bis auf einen Song sind jedem Freund und Fan alle Lieder bekannt. Es ist also eher so etwas wie ein Best-Of Album. Allerdings sind die Lieder neu eingespielt und klingen anders. Vielleicht nicht gerade besser, aber einfach etwas frischer. 31 Lieder bieten beide CD`s zusammen und wer das ein oder andere Livekonzert der Band besucht hat, fängt sicherlich an in Erinnerungen zu schwelgen. Wieder einmal unterstreichen Fettes Brot mit diesem Album eine der besten Livebands in Deutschland zu sein. (ADA)

 

 

 

Kommentare

don_skandro
don_skandro, M (28)
Markgröningen
Bin vergeben

don_skandro am 01.04.2010, 07:34 Uhr

Ich kann jedem nur das neue Fettes Brot album empfehlen!!!! super gute laune cd
digital
digital, M (93)

digital am 31.03.2010, 17:18 Uhr

Das stimmt. Sieht man das Filmplakat, denkt man gleich an eine Komödie. Dachte ich auch zuerst, bevor ich ihn gesehen habe.
Aber der Film ist alles andere als lustig. Ziemlich traurig, aber dennoch glaubwürdig. Und wie schon gesagt, de Niro in Höchstform!
nova
nova, M (32)
Transilvanien
Bin vergeben

nova am 31.03.2010, 17:07 Uhr

Exakt. Leider wurde er als Komödie angepriesen - was an der dilettantischen Vermarktung lag. Schau dir mal das Filmplakat an. Das spiegelt für mich sicherlich nicht diesen tollen Film wider. Sieht eher wie eine dieser 08/15-Komödien mit räudigen B-Movieschauspielern aus.
digital
digital, M (93)

digital am 31.03.2010, 16:50 Uhr

Everybody´s Fine hab ich letztens erst gesehen. Klasse Film.
Fand jetzt aber nicht, dass es eine Komödie war, sondern eher ein Drama.
Mal wieder ne super schauspielerische Leistung von Robert de Niro.
Wer auf solche Filme steht, sollte ihn sich nicht entgehen lassen.
nova
nova, M (32)
Transilvanien
Bin vergeben

nova am 31.03.2010, 14:12 Uhr

es gibt neues :)

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