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Ein kritisches Nachwort zur FIFA WM 2006
Do. 31.08.
Die WM Ist vorbei! Schade eigentlich. Unsere Freunde aus aller Welt haben uns verlassen und wir bleiben mit der Gewissheit zurück, nicht schon wie befürchtet in der Vorrunde ausgeschieden zu sein, sondern im fairen Kampf gegen Italien leider das Finalspiel verpasst zu haben. Klar hat Uns das alle zu tiefst überrascht und unerträglich erschüttert. Aber wir bekamen unser kleines Finale mit einer Glanzvorstellung um die goldene Ananas der deutschen Nationalmannschaft in der Schwabenmetropole. Und sein wir doch mal ehrlich, was wäre wohl passiert wenn wir statt den Italienern mit so einer Attacke von Zinédine Zidane konfrontiert worden wären?
Verdammt, der Typ egal wie beliebt und gut bewacht wäre nicht mal mehr lebend vom Rasen runtergekommen, wenn er mit seinem Glatzkopf auch nur ansatzweise die Brust von Michael Ballack berührt hätte. Olli Kahn hätte ihn gleich klargemacht und nicht so höflich und freundlich wie Italiens Torwart „nur“ die Verantwortlichen auf dem Platz über diese kleine Meinungsverschiedenheit informiert. Komischerweise hat das den meisten Deutschen nicht gereicht zu verlieren, schon gar nicht gegen Italien zu verlieren? Wie konnte das nur passieren haben sich die Fans, die Presse und alle anderen gefragt die genauso wenig Ahnung von der Materie haben. Gut Italien hat nicht nur den WM-Rekord in der Gegentorstatistik erzielt, sondern auch beim letzten Spiel gegen unsere Elf mit 4:1 gewonnen. Aber das wir dann als Turniermannschaft bei der WM im eigenen Land noch mal verlieren, nein das kann nicht sein!
Und als es dann doch passierte war der Schuldige schnell gefunden! ITALIEN! Was man danach in der Presse las, könnte man fast mit der Kristallnacht von 38 vergleichen. Jedermann war plötzlich gegen Italien! Und die deutsche Presse half ordentlich mit! Und zwar richtig! Ganz vorn dabei, dass beliebte und investigativ recherchierende Tagesblatt die Bild. Von Betrug und sogar Erpressung war die Rede beim Spiel gegen Deutschland. Mit solchen Schlagzeilen ist es kein Wunder, dass aus deutschen Fans ganz schnell französische Legionäre werden. Obwohl wir den Franzosen im Grunde genauso den Sieg wünschen, wie den Portugiesen. Aber Italien durfte auf gar keinen Fall siegen! Aber weshalb? Ist es nicht im Nachhinein schöner gegen den neuen Weltmeister rausgeflogen zu sein, als gegen die Schneckenlutscher aus dem Land des scheußlich leuchtenden überdimensionierten Weihnachtsbaums? Womöglich nicht! Und dann ist es doch passiert, Italien ist Weltmeister 2006!
Gut ich gebe zu, dass hupen und jubeln beim Sieg über den WM-Titel hat ein klein wenig geschmerzt, aber als fairer Gastgeber und Fußballfan ist es nur gerecht, wenn die beste Mannschaft im Turnier den Titel holt. Das war erneut der Startschuss zur Vernichtung aller italienischen Freude über dieses Ereignis. Und wirklich fast jeder half mit. Egal ob kleiner oder großer Verlag, angesehner Journalist oder der letzte Schundschreiber. Jeder wollte sich mit noch perverseren Versionen gegen Italien und für das immer noch trauernde Volk profilieren. Als Deutschland gegen Portugal gewonnen hat, wurde die Mannschaft bejubelt wie ein Weltmeister. Es wurde gemeinsam mit Freunden aus aller Welt bis in die Morgenstunden gefeiert. Das war normal. Wir haben den dritten Platz geholt! Wer sollte uns hindern?
Und dann kam die Stunde nach dem Elfmeterschiessen und die Erlösung für unsere italienischen Landsleute, Freunde und Kollegen. Nur ließen wir sie feiern so wie es sich für Freunde und Gastgeber gehört? Nicht wirklich! Pünktlich um zehn vor eins wurde die Theresienwiese von einer Horde aufgestachelter und unnötig aggressiver Polizisten überrannt! In den Zeitungen standen Statements wie: „Hässliche, rassistische und unfair spielende Italiener“, „“Aus Frust über verlorene Wetten wurden Autos mit italienischer Flagge angehalten, Fans mit Wasser aus Fenstern überschüttet und teilweise konnte man sogar Polizisten beobachten die auf offener Straße friedlich jubelnde Jugendliche zusammenschlugen. Das nenn ich doch mal zu Gast bei Freunden! Ein Image, dass man sich in 4 Wochen aufgebaut hat. In nur 2 Stunden wurde es wieder kaputtgemacht. Länger durfte ja auch nicht gefeiert, ich meine protestiert werden. In diesem Sinne, danke Deutschland für dein spätes Armutszeugnis!
Links:
http://www.fifawm2006.deutschland.de
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