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Der Stuttgarter DJ Jochen Pash im Interview

 

Sven: Deine  bzw.  Deine  gemeinsame  letzte  Single  mit  Norm  ist  schon beinahe  ein Jahr alt. Was ist zwischen „Shake It“ und „Watching You“ alles passiert?

Jochen Pash: Ende  2008 kam meine  Solo-Single  ‚Mathematics" auf Caballero  Rec.. Ich bin  immer  noch sehr  happy,  dass wir  mit  Chelonis R. Jones  einen Act  von Rang und  Namen  und  einen  sehr,  sehr  guten  Sänger  und  Songwriter  gewinnen  konnten, der  die  Nummer  auch  geschrieben  und  ihr  seinen  ganz  speziellen  Touch  verliehen hat.  Unter  dem  Namen  Deep  Touched,  unserem  Deep-House  Projekt, veröffentlichten  wir  Anfang  des  Jahres  auf  Lost  My  Dog  Rec.,  einem  Deep-House Label  aus  England.  Roger  Sanchez  hat  gerade  erst  den  Track  auf  seine  "Release Yourself Vol. 8" Compilation gesigned.

 

 

Sven: Einer  Deiner  früheren  musikalischen  Mottos  war  „Balsam  für  die  Seele“. „Watching  You“  schlägt  hingegen  einen  etwas  härteren  Ton  an.  Woher rührt diese Entwicklung?

 

Jochen  Pash:  ‚Balsam  für  die  Seele"  war ein  Motto  in Zusammenhang  mit  einigen Compilations  und  meinem  damaligen  Sound,  der  zweifelsohne  etwas Vocal-lastiger war  und  eher  US-Einflüsse  hatte.  Im  Grunde  geht‘s mir  nach  wie vor darum, so  viel wie möglich "soul, rhythm & vibe"  in meine Sets & Produktionen einfließen zu lassen. Ich denke,  dass  ist uns auch bei "Watching  you" gelungen; natürlich in einem  etwas toughen und zeitgemäßen Gewand. Die Remixes sind wie immer vielfältig platziert.

 

Sven: Wie kam es denn zu dem Remix von Juan Kidd und Felix Baumgartner, deren momentaner Erfolg  ja wahrlich beachtlich ist?

Jochen  Pash:  Juan  Kidd  ist  ein  bekannter  Produzent  aus  London,  der  auch  schon unter  anderen  Projektnamen  größere  Erfolge  verbuchen  konnte  und  den  ich  vor einigen  Jahren  auf  Ibiza  kennen  gelernt  habe.  Wir  hatten  ein  coole  Zeit  und  als ich heraus  fand,  dass  er  Juan  Kidd  ist,  der  mit  "Now  you‘re  gone"  auf  Defected  eine Beatport #1 Platzierung hatte  und in naher  Zukunft  Tracks bei  Defected,  Subliminal, Size  und  Toolroom  veröffentlicht,  hab  ich  ihn  kurzerhand  kontaktiert  und  ihm  die Nummer geschickt. Er fand sie cool und der Remix war eingetütet.

 

Sven: „Watching  you“ erscheint  wieder  auf  dem  Stuttgarter  Label  Caballero Records  und das  ist  bereits  die  33  Veröffentlichung. Dazu fallen mir spontan gleich drei Fragen ein: Wer steckt dahinter? Gibt es denn eine gewisse Ausrichtung? Und vor allem: Wagt man Seitensprünge?

Jochen  Pash:  Caballero  Recordings  gehört  zum  Vertrieb  Music  Mail  und  hat  sich speziell  in  den  letzten  Jahren  als  internationales  Top-Label  etabliert.  Sebastian Gnewkow  hat  vor  ca.  zwei  Jahren  das  A&Ring  übernommen.  Ich  mische  auch  noch ein wenig  mit  und spiel ihm immer wieder  eine Nummer zu. Vier  bis fünf der letzten 10  Caballero  Releases  habe  ich  angeliefert.  Auf  Caballero  signen  wir  immer  wieder Newcomer  Acts  und  releasen  diese  mit  aktuell  angesagten  Remixern  wie  z.B.  Jesse Garcia. Hin und  wieder  erscheinen auch Produktionen von namhaften  Acts wie  Bush II Bush, Gadjo oder Danny Tenglia oder wir arbeiten u.a.. mit Stereo Productions (DJ Chus  Label)  aus  Barcelona zusammen. Dadurch entstanden  Releases  wie Dj  Chus & David  Penn  "we  play  house“  oder  Danny  Tenglia  "Dibiza“.  Der  typische  Caballero Sound geht von groovigen Vocal Tracks, über Tribal bis hin und  zu Tech-house.

 

Sven: Das  erste  Jahrzehnt  im  neuen  Jahrtausend  ist  bald  herum.  Letztendlich bleibt  das  Gefühl,  dass  House, Electro und Techno  international  nach  wie  vor

sehr groß sind, wenn nicht sogar noch größer, sich aber in Deutschland und vielleicht gerade auch  in  Stuttgart  schwerer tut  als  je  zuvor. Woran  denkst  Du, liegt das?

Jochen Pash: Einige House Genre  wurden  in meinen  Augen zu  Dance und  dadurch sehr  kommerziell,  was  ja  nicht  zwangsläufig  schlecht  sein  muss.  Allerdings  sind  die ganzen  auf  Electro  gemachten  Coverversion  und  die  ständig  gleich  klingenden Sägezahn-Electro-Produktionen nicht  aussagekräftig  für House-Music  wie  ich  sie  mir 2009 vorstelle und  wie  sie  international stattfindet. Durch  den  kommerziellen Electro Overkill,  speziell  hier  in  Deutschland,  genießt  House  oft  einen  sehr  schlechten  Ruf. Viele  haben sich  davon  distanziert  und  sich  eher Deep  und  Tech-House  zugewandt. Es gibt  aber weitaus mehr als  Cover-Version  im Elektro-Gewandt und David Guetta - viel mehr!

 

Sven: Wer sind für Dich die wichtigsten und bedeutendsten Acts der letzten Jahre gewesen? Und wer hat Dich beeinflusst?

Jochen  Pash:  Ich  arbeite  seit  nunmehr  über  10  Jahren  im  Vinyl  und  nun  auch  im digitalen Vertriebs-Business und habe dadurch immer direkten Kontakt zu Labels und DJs,  die  mich  alle  auf  irgendeine  Weise  beeinflusst  haben.  Am  meisten  hat  mich immer  schon  der  eher  mediterrane  Vibe  gepackt,  die  Energie  und  der  Rhythmus  in Produktion von z.B. David Penn. Aber auch der tech-housige Trend hat mir sicherlich einen  neuen  Kick  gegeben  und  die  in  letzter  Zeit  sehr  guten  Deep-House  Releases. Darüberhinaus  halte  ich  immer  noch  Künstler  wie  Erick  Morillo  und  die  Defected Posse  für  die  wichtigsten  Acts  und  Trendsetter.  Aus  England  und  vor  allem  Holland kommen  momentan  sehr  viel  versprechende  Newcomer  bzw.  Produzenten,  die  die House-Music Szene aufmischen und fresh halten.

 

Sven: Verrätst Du uns, was in naher Zukunft ansteht?

Jochen  Pash:  Im  Juni  stehen  einige  Gigs  für  Pacha,  Cocoon  Club,  Creme  21, Republic  in  Salzburg  und  ein  Gig  auf  Ibiza  an,  auf  die  ich  mich  alle  sehr  freue. Danach  Urlaub  und  ein  hoffentlich  entspannter  Sommer  und  natürlich  sind  weitere Nummer  in  der  Mache.  Unser  Projekt  "Party  Children",  ein  Track  der  in Zusammenarbeit  mit  Raul  Rincon  und  den  Tune  Brothers  entstand  und  für  die  wir Inusa  Dawuda  als  Sänger  gewinnen  konnten,  wird  auch  bald  auf  Housesession released.

Sven: Danke, dass Du Dir etwas Zeit für das Interview genommen hast. Und weiterhin viel Erfolg in Deinem Business, wie privat.

 

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(sd)


 

 

 

 

 

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