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Candy Pollard im Interview
...steht Rede und Antwort. diginights.com: Candy, eine klassische Frage für den Einstieg: Wie bist Du zur Musik gekommen und wann hast Du angefangen?
Candy: Musik war bei mir schon seit meiner frühesten Kindheit ständig präsent, da meine Mutter fast immer das Radio anhatte. Daher waren die frühen 80er Popsongs wohl ein Einfluss für mich, aber auch so Discozeug, Soul, Funk und frühe Housegeschichten. Das hat sich dann so weiterentwickelt und ging über billigen Euro-Dance-Pop (peinlich, ich weiß) weiter bis ich mit ca. 12 oder 13 den undergroundigeren elektronischen Sound entdeckt und lieben gelernt habe. Die regelmäßige Lektüre von Raveline und Groove haben dann ihr Übriges getan und das Interesse für die Kultur der elektronischen Tanzmusik vollends geweckt. Von da an hab ich dann eisern gespart, um mir meine ersten Turntables und einen Mixer leisten zu können. Das war dann mit 15.
diginights.com: Wie ist Dein Verhältnis zur Musik? Gibt es Tage, an denen Du nichts mit Musik zu tun haben willst? Candy: Music was my first love ;) Im Grunde kann ich immer Musik hören, da es für jede Stimmung den passenden Sountrack gibt. Melancholisch, fröhlich, nachdenklich, aggressiv. Aber ganz, ganz selten ist auch einfach völlige Ruhe gar nicht schlecht ...
diginights.com: Welche Clubs bzw. DJs, mit denen du zusammen gearbeitet hast, sind dir in Erinnerung geblieben? Candy: Vom persönlichen Aspekt her ist auf jeden Fall das Bukowski-live in Heilbronn meine Nummer 1! So eine familiäre Atmosphäre hab ich bisher nur in sehr wenigen Clubs erlebt. Da bleiben keine Wünsche offen! Was aber nicht heißen soll, dass ich in den anderen Heilbronner Clubs schlechte Erfahrungen gemacht habe. Außerhalb von Heilbronn blieben mir vor allem das Fourknox in Worms, die Halle02 in Heidelberg, das Rocker 33 und das Climax in Stuttgart positiv in Erinnerung. Mit den Heilbronner DJ-Kollegen macht's natürlich immer Spaß. Auch von den bekannten Kollegen (z.B. Roman Flügel, Pascal F.E.O.S., Matthias Tanzmann) mit denen ich bisher gespielt habe, waren alle bisher supernette und auf dem Boden gebliebene Personen.
diginights.com: Gibt’s Pläne für die Zukunft? Was steht demnächst an?
Candy: Momentan bin ich mit meinem Bukowski-Resident-Kollege Matthias Engelmann dabei, in die Tiefen der Musikproduktion einzusteigen. Ich hoffe, dass wir in nächster Zeit genug freie Zeit finden, um voranzukommen und in naher Zukunft erste Ergebnisse präsentieren zu können. diginights.com: Wie steht es eigentlich mit Kontakten zu anderen Künstlern?
Candy: Wie bereits erwähnt ist der Kontakt unter den Heilbronner DJs mittlerweile generell sehr gut. Dann hat man eben hier und da noch ein paar Kontakte über MySpace, über die man sich mit anderen Künstlern austauscht.
diginights.com: Wie siehst du deine Bindung zur heilbronner Szene?
Candy: Da es ohne eigene Produktionen heutzutage recht schwierig ist, an Gigs außerhalb der Heimatstadt zu kommen, fokussieren sich meine Dates hauptsächlich auf Heilbronn. Daher ist die Bindung bzw. ich würde eher sagen "Beziehung" zur heilbronner Szene recht eng.
diginights.com: Was sollte man deiner Meinung nach an dieser Szene verbessern oder gar ändern?
Candy: Gute Frage. Ich denke, wir sind momentan auf einem guten Weg. Die HNX-Allstars im Creme hat z.B. mal wieder gezeigt, dass man die Leute auch mit weniger kommerziellen Sounds rocken kann. Natürlich gehört auch ein Quentchen gute Werbung und das ganze Drumherum dazu, aber im Endeffekt zählt doch zu einem großen Teil dir Musik. Wünschen würde ich mir aber, dass die Heilbronner etwas offener gegenüber neuen, interessanten Acts werden. Leider ist es (abgesehen von der HNX-Allstars) doch oft so, dass es nur bei den ganz großen Namen (DJ Hell, Monika Kruse, Karotte) bumsvoll wird. Weniger bekannte Namen, die sich aber in der Musikszene schon weitgehend etabliert haben, kommen bei den Heilbronnern leider oft nichtso gut an. Da kann man es den Veranstaltern dann auch nicht verübeln, wenn man immer die gleichen Namen vorgesetzt bekommt. Denn es gibt noch so viele DJs bzw. Live-Acts, die in anderen Städten mit genialer Musik die Clubs zum Platzen bringen (z.B. 2000 And One, Solomun, Luciano, Reboot, Loco Dice, Onur Özer, Steve Bug, Petre Inspirescu, Cassy), da wäre es doch schade, wenn man das den Heilbronnern vorenthalten müsste, oder?
diginights.com: Wie definierst Du deine Musik? Candy: Schwierig. Grob kann man vielleicht sagen von deepem House bis zu treibendem Techno. Generell bin ich aber kein großer Freund von Schubladendenken und spiele je nach Möglichkeit auch gern mal etwas ausgefallenere Musik ;-)
diginights.com: Zu guter Letzt, interessiert uns noch, wie Du dich auf einen deiner Gigs vorbereitest? Candy: Plattentaschen auf, Inhalt vom letzten Gig raus, erstmal die neuesten Platten durchforsten, dann grob durch die komplette Plattensammlung. Kann je nach Länge des bevorstehenden Gigs schonmal bis zu 4 Stunden dauern :D Mir ist es wichtig, dass ich den Leuten, selbst wenn sie mich z.B. drei Tage hintereinander hören, immer was Neues bieten kann. Daher werden die Platten nach jedem Gig bis auf 5 -10 Platten komplett aussortiert. Im Case werden diese dann auch nicht sortiert und schon gar nicht ein Set "vorgefertigt". Da geht meiner Meinung nach jede Kreativität und Dynamik verloren. Wenn einer ein astreines Set abliefert, schön. Wenn er davor jeden einzelnen Übergang daheim schon fünfmal geübt hat, lächerlich. Da kann ich ja gleich ne Mix-CD einlegen ...  Danke, dass du dir die Zeit genommen hast unsere Fragen zu beantworten. Wir wünschen Dir auch weiterhin viel Erfolg bei der Verwirklichung deiner Musik.(LS)
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